Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spaßmacher. 507

Individuum und auf die Gesellschaft, wenn man aberdabei nur die Absicht hat Jemanden aufzuziehen, oderihm wehe zu thun, zu kränken, im Publikum herabzu-sehen, sein bürgerliches Seyn zu vernichten, ihn gleich-sam moralisch zu todten, und nie aus dem Schach zulassen, da wirkt er gerade entgegen, erbittert, und hateinen eben so nachtheiligen Einfluß auf die Gesell-schaft, als er von der andern Seite wohlthätig wirkt,und die Sitten verbessert.

Was nun das Loos der Hofnarren, lustigenRäthe oder Spaßmacher in ihrem Alter anbe-traf, so war es oft glänzend, oft aber auch sehr dürf-tig, und besonders dasjenige ihrer Familie, worausnicht immer von Seiten derjenigen Rücksicht genom-men wurde, die sie in ihren Blükhentagen mit ihrenSpäßen belustigten; mehr denn zu oft folgte ihnen derUndank, und bittere Armuth ließ sie und die Ihrigennur an die Tage erinnern, in welchen sie mit ihrerLaune und ihrem Witze glänzten, Frohsinn ver-breiteten, und so manchem Verfolgten dienten, somanche Ungerechtigkeit rügten, so manche Winke zumHeile und zur Wohlfahrt des Staates gaben, die, be-nutzte, reiche Früchte, reichen Segen trugen; derenQuelle, woraus sie stoßen, Wenige kannten. Wenigehaben kennen lernen, weil sie die Höflinge absichtlichverschwiegen. Es fällt mir hierbei des Chaliftn Ha-run al Raschid's lustiger Rath oder Hofnarr Ba-haloul ein, der antwortete, als ihn der Chalif einstan einen Pfeiler in dem Zimmer seines PallasteS inBagdad gelehnt, im Nachdenken versunken antraf, undihn um die Ursache seines Trübsinnes fragte: Ichdenke eben darüber nach, wo das Phlegma und dieSchale bleibt, wenn der Aether der Geisteskraft inDeinem Dienste verbraucht worden! — Viele Hof-narren haben sich freilich durch Uebertreibung ihrerGewalt, die ihnen von den Fürsten, welchen sie dien-