Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spath (Diamant-). 531

in sechsseitiger Säulenform, ohne Endspitzen vor, von^ bis lL Zoll Höhe. Die Farbe ist grau, mit meh-reren Abstufungen. In ganzen Stücken ist der Steinundurchsichtig; in dünnen Lamellen aber, und an denKanten ist er durchscheinend. Er hat einen glänzen-den Bruch und ein spathigeS Gefüge, wovon er auchschon äußerlich feinstreifig erscheint. Die Seitenflä-chen sind mit einer zarten, sehr fest ansitzenden Rinde,von silberglänzenden Glimmerschuppen, hier und damit rothen Feldspathpamkeln untermischt, überzogen.Auch fand sich an einem Stücke zarter gelber Schwe-felkies angeflogen. Die Härte des Steines ist sehrbedeutend; denn er schneidet so leicht, als der Diamant,in Glas, und ritzt auch Bergkrystall und andere harteSteine. Das specifische Gewicht ist 3710 —1000.Ein zufälliges Merkmal dieses Chinesischen Demant-spaths besteht darin, daß magnetisches Eisen in kleinenkrystallinischen Körnern in ihm eingesprengt ist, welchesich durch den Magnet sehr gut absondern lassen, wennder Stein zuvor mäßig zerklopft worden ist.

Die zweite Abänderung, der Indische Diamantspath,welcher von den Einwohnern zu Bombay Oorunckuingenannt wird, woher auch der Name Korund, unter-scheidet sich von der Chinesischen durch eine weißereFarbe, und durch ein deutlicheres spatiges oder blätteri-ges Gefüge, so auch, daß das hier gleichfalls gegen-wärtige magnetische Eisen in noch kleinern Körnernnicht eigentlich im Stein selbst eingesprengt ist, son-dern nur an dessen äußeren Seiten ansitzt. DieserStein ist aber weit merkwürdiger in chemischer Rück-sicht. Die Hartnäckigkeit, mit welcher er der Zerle-gung widersteht, ist außerordentlich; daher durch diebei andern harten Steinen anwendbare Verfahrungs-art, wodurch die Kraft, vermittelst welcher die ungleich-artigen Bestandtheile sich anziehen, überwunden wird,bei dieser Steinart nur wenig ausgerichtet werden kann.