Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Spath (Säulen-). 559

faserartiger, krystallisirter Quarz in zolligen Zusam-menhäufungen.

Spath, (Säulen-), ein Spath, den der Herr vonFichte! auf den Siebenbürgisch-Wallachischen Kar.pathen entdeckt hat. Das Muttergestein desselben istein salinischer Kalkstein, der gewöhnlich weiß ist, undnur selten ins Bläuliche fällt. Er ist immer mitetwasKieselerde vermengt, bisweilen aber so sehr, daß dasschimmernde Ansehen sich fast in das Sandartige ver.liert. Die Gebirgsleute benutzen deswegen auch dieseArt des Kalksteins, der Feuer schlägt, als Wetzstein.Die darin liegenden prismatischen Krystallen (derSäulenspath) gewahrt man in dem Muttergesteine,bald zerstreut und einzeln, bald aber so gedrungen undin verschiedenen Richtungen aneinander gehäuft, so,daß von dem Kalkstein kaum etwas bemerkt wird. DiePrismen ragen, weil sie der Verwitterung mehr, alsdas Muttergestein, widerstehen, an manchen Orten sosehr und so spitzig hervor, daß die Hirten, um nichtsammt ihren Schafen mit blutigen Füßen davon zukommen, diese Gegend sorgfältig vermeiden. DasGewebe dieser Prismen ist allezeit der Länge nach fa-serich, mehrentheils hart und fest, sehr selten, wie derAsbest, in Fasern theilbar. In der Quere sind alleSäulen fein gestreift oder articulirt, und an einigen,die querüber staffelweis gebrochen sind, nimmt mandeutlich wahr, daß sie aus bloßen, sehr kleinen, verscho-benen Vierecken zusammengesetzt sind. Ihre Länge istungleich, geht aber nicht viel über 2 Zoll. Die Breiteist gemeiniglich von 2 bis 3 Linien, und wo sie sichbreiter und dicker zeigen, sind sie sichtbarlich aus meh-reren zusammengesetzt. Die Figur dieser Prismen istsehr selten, und nur da, wo sie einzeln im Kalksteinliegen, zu erkennen. Man findet sie vierseitig in Ge-stalt eines Dolches, mit zwei spitzen und zwei stumpfenWinkeln, sonst aber auch noch sechsseitig, an welchen