Spath (Sedativ-). 565
Westrumb mit diesem Spathe angestellt hat, sindfolgende:
Das Kochen dieser Krystalle, ganz oder gepulvert,mit Wüster, losere nur eine geringe Menge Selenitauf, der etwa auf ihrer Oberflache saß, oder die zer-fressenen Stellen ausfüllte, sonst verlor sie nichts vonihrem Gehalte. Wesirunrb hat niedrere Male looGran des gepulverten Steins mit Wasser gekocht,das Wasser nabm oft nur oft aber bis 2 Granauf. Nach vorsichtigem Äbrauchen dieses Wassers,das man in gewogenen Gefäßen vornahm, erhieltman immer genau so viele Selenit-Krystallen, als derVerlust betrug, den die Steine zuvor erlitten hatten.Setzt man diese Krystallen mehrere Stunden dem Feueraus, so daß sie dunkelrolh glühen, so wird ihr Gewichtnicht vermindert, sie werden aber ihres Glanzes be-raubt; läßt man sie sehr lange und weiß glühen, soverlieren sie von 100 Theilen nur einen halben Theil;auch knistern sie im Anfange des Glühens wie kry-stallisirter Feldspath. Bei heftigem, langdauerndemGlühen scheinen sie an den Kanten etwas verloren zuhaben, sind nun mürber geworden, und lassen sichleicht zertrümmern, greifen aber demungeachtet beimZerreiben noch immer die härtesten Körper an- Setztman sie zuletzt in einem bedeckten Tiegel dem heftig-sten Feuer aus, so sintern sie erst zusammen und schmel-zen endlich zu einem gelblichen Glase. Wirft maneinen kleinen Krystall in fließendes Mineralalkali, sosinkt er unter, und es scheint, als ob das Alkali keineWirkung auf ihn hätte. Er kann, an Gewicht undGestalt unverändert, wieder hervorgezogen werden.Wirft man gepülverte Krystallen in schmelzendes Mi-neralalkali, so sinkt das Pulver unter, und man mußsehr lange Zeit und viel Feuer anwenden, ehe nur ei-nigermaßen eine wechselseitige Wirkung auf einanderStart hat. Eine vollkommene Zerlegung des Steinserreichte Westrumb auf diesem Wege nicht. Wirftman den ganzen Stein in Säuren, so bemerkt man keinAufbrausen; er kann Tage lang darin liegen, ohne et-was am Gewichte zu verlieren. In der Wärme schei-nen indessen die Säuren seine scharfen Kanten etwas