624 Spazierritt. Spazierftock.
ches, was noch hieher gehört, ist auch im Art. Reise,Th. 12 l, abgehandelt worden.
Spazierritt, ein Ritt zu Pferde, bloß zum Vergnügen,zur Erholung; außerhalb der Stadt, im Freien, nacheinem nahegelegenen Dorfe. Ein solcher Spazierrittwird entweder mit einem eigenen Pferde oder mit ei-nem geliehenen unternommen. Letztere erhält man inden Städten zu diesem Zwecke bei den Pferdeverleihern,wofür man ein Gewisses zahlt; an manchen Ortenhaben sie eine bestimmte Taxe, welche sie nicht über-schreiten dürfen, nämlich in den Landen, wo die Ge-werbefreiheit nicht eingeführt worden. An den Sonn-tagen werden gewöhnlich die meisten Pferde, beson-ders von jungen Handlungsbedienten, Künstlern rc.,gemiethet; solche Spazierreiter pflegt man scherzweisewohl Sonntagsritter zu nennen.
Spaziersaal, ein Corridor, langer, schmaler Gang ineinem großen Gebäude, als in einem Schlosse, Pal-laste, einem Kloster, Universitätögebäude, einer Ka-serne , welcher sein Licht oder die Erleuchtung an bei-den Enden durch Fenster erhält, und der, außer zumEingänge zu den Zimmern, auch zum Spazierengehendient. Eigentlich versteht man aber darunter eine ei-gendS zu diesem Zwecke gebaute Gallerte in einem Pal-laste, die von beiden Seiten Fenster hat, oder von dereinen Seite blinde und von der andern Glasfensterhat. Zur Seite der blinden Fenster werden dann großeSpiegel, Gemälde rc. gehangen. Auch werden d.Wändemit Bildhauer-Arbeiten, Stuck rc. verziert. Eine solcheGallerte ist ein eigentlicher Spaziersaal, der zur Er-holung dient.
Spazierftock, ein Stock von Holz, Rohr, Stahl, Fisch-bein rc., den man auf seinen Spaziergängen, als Zeit-vertreib, oft auch als Stütze mit sich führt. Die Stöckezum Zeitvertreibe sind nur dünn und gewöhnlich bieg-sam, von Rohr, Stahl, Fischbein, diejenigen zur Stütze