Specht. 683
der Stirn an der Wurzel des Schnabels fest sitzen.Die knöcherne Spitze, welche die Stelle der wirklichenZunge vertritt, sitzt unmittelbar an dem äußeren EndediesesKnochenbeineö fest, und istmit einem schuppich-ten Haken bedeckt, der ganz stachlicht, von kleinen, nachhinten zu gehenden Haken ist; und damit dieser Artvon Stachel nichts fehle, die Beute fest zu halten undzu durchbohren, so ist er von Natur mit einem Leimüberzogen, der hinten im Schnabel aus zwei auslee-renden Kanälen quillt, und aus einer doppelten Drüsekommt. Der Grünspecht hat übrigens einen sehr tak-ten Kopf, und kann seine kleinen rothen Federn in dieHöhe heben, die seinen Wirbel bedecken, und dahergiebt ihm Plinius eine Kappe. Er kommt im Früh-ling angezogen, und läßt dann in den Wäldern seinscharfes und rauhes Geschrei, Gäck, Gäck, ertönen,welches man in der Ferne hört, und welches er beson-ders auöstößt, wenn er im Springen und Hüpfenfliegt. Im Fliegen senkt und hebt er sich, und zeich-net wellenförmige Bogen in der Luft. Er fliegt übergroße Strecken ebener und von Holz entblößter Ge-genden, um von einem Walde zum andern zu kom-men. Zur Zeit der Rebhühner-Paarung soll er, »achBüffon, noch eine andere Stimme, als seine ge-wöhnliche, hören lassen, gleichsam eine Stimme derLiebe, die eine Fröhlichkeit andeutet, und tio, tlo, tio,tio, tio lautet, welches er wohl dreißig- bis vierzigmalhintereinander wiederholen soll. Nach Aldrovandsoll er im Sommer schweigen, und erst im Herbstesich wieder hören lassen. Nach Willughby halt sichder Grünspecht häufiger, als andere Spechte, auf derErde auf, besonders in der Nähe von Ameisenhaufen,woselbst man ihn, nach Zorn, sicher finden und inSchlingen fangen kann. Er lauert hier den Ameisenauf, indem er seine lange Zunge auf den Weg, densie zu passiren pflegen, hinlegt, und sobald er dieselbe