Band 
Hundert und sechs und funfzigster Theil, welcher die Artikel Sonntag bis Speckstein enthält.
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Specht. 695

zu gewissen Zeiten ein Klappern oder Knarren hören,welches er mit seinem Schnabel macht. Dieser Spechtkommt unter allen Spechtarten am seltensten an dieErde; er klettert nur immer an den alten Baumstäm-men, Baumstrünken umher, und zerstört die Hornis-sen- und Wespennester, auch stellt er den Borkenkä-fern und schwarzen Roßameisen nach. Er ist daherkein schädlicher, sondern ein sehr nützlicher Vogel, demgar nicht nachgestellt werden sollte, es müßte denn umsein Fleisch zu genießen geschehen, welches einen sehrguten Geschmackchaben soll. — Nach einigen Schrift-stellern soll diesec'Specht im Winter fortziehen, nichtwegen der Witterung, sondern weil eö ihm in dieserJahreszeit in den nördlichen Ländern an Nahrungfehlt, weil die Holzwürmer sich dann tiefer in das Holzarbeiten, und die Ameisenhaufen unter dem Eise oderSchnee vergraben sind; allein andere Schriftsteller be-haupten das Gegentheil, und wollen sie auch im Win-ter in den Kieferwäldern Deutschlands, und, nachBock, auch in Preußen angetroffen haben. Eö scheintauch wohl, da es ein harter Vogel ist, daß erdenWin-ter über in Deutschland und in den nördlich darangränzenden Ländern bleibt, weil sich auch für ihn in dich-ten Fichten - und Tannenwäldern Nahrung findet. —Woher eigentlich dieser Specht gekommen, oder auswelchem Welttheile diese Art ihren Ursprung genom-men, ist zweifelhaft; denn man kennt in der alten Welt,weder in Asien, noch in Afrika, einen Vogel, dessen Artmit dieser Europäischen Spechtart Aehnlichkeit hätte.Nach Büffon'S Vermuthung soll er vielleicht ausder neuen Welt zu uns herübergekommen seyn, indemman in Amerika verschiedene Spechtarten findet, dieman unmittelbar zu der Art rechnen müßte, wozu die-ser Schwarzspecht gehört; auch scheint seine nichtgroße Verbreitung durch alle Länder Europa s, unddann seine nicht zu große Anzahl in den Ländern, wo