Staatsschuld. 71
roth brachte, der nun die doppelte Vertretung desdritten Standes dekrekirte, und in Folge desselbenwurden am Isten Mai 1789 die Stände des Reichs,nämlich dreihundert Abgeordnete vom Adel, dreihun-dert von der Geistlichkeit, und sechshundert von demBürgerstande, zusammenberufen; da man aber auch hieruneinig war, so erklärten sich die Letzteren für eine Na-tional-Versammlung, und hiermit trat die Revolutionins Leben, die allen Angelegenheiten der Finanzen unddes StaatSschuldenwesenS ein Ende machte. —Nach dem Berichte des Finanzministers v. Calonne,in seinem oben angeführten Werke, soll das Deficit inder Ausgabe gegen die Einnahme im Jahre 1786,mit Inbegriff der Zinsen, 114,866,000 LivreS ge-wesen seyn; nach der Angabe des Parlaments solldasselbe aber zwischen 130 und 140 Millionen be-tragen haben, und in dem darauf folgenden 1787stenJahre wurde die Mehrausgabe über die Einnahmeauf 180 Millionen, und unter dem FinanzministerBrienne im Jahre 1788 auf 187 Millionen LivreSangegeben. In wie fern diese Angaben gegründetsind, ist nicht als ermittelt angeführt worden. Nachder im Februar 1786 getroffenen Einrichtung, mußtendie Generalpächter allein jährlich 146 Mill. LivreSPacht zahlen. Da nun, so oft der König Geld lieh oderGeldanleihen machte, eine verhältnißmäßige Rente,den Landeögesetzen gemäß, an die Darleiher von'hin verkauft wurde, die auf gewisse Königliche Ein-künfte angewiesen ward, so war es sehr natürlich,daß der Staat dadurch in große Verlegenheit kom-men mußte. Um die Unterschleife zu verhüten, muß-ten die Finanzpächter ein ganzes Heer von Aufse-hern halten. Nach Neck er, in seiner ^cinünlslru-tion «168 kinaii668, bestanden die Brigaden, welchedie Konterbande an den Grenzen und im Innerndes Reichs hindern sollten, aus mehr denn 2300