Staatsschuld (allg.). Staatssch. (ausl.) 333
den zu wissen; sie werden sich also hier eher eine Re-duktion an den Zinsen oder Renten gefallen lassen,und ihre Kapitalien nicht zurücknehmen. Auch mußdie Reduktion, wie schon bemerkt worden, zu einerZeit geschehen, wo es nicht an Kapitalien fehlt, alsoauch die Zinsen schon um ^ bis 1 Prozent gefallensind. Die Gläubiger werden baun, bei der schnellenKündigung ihrer Kapitalien fürchten, durch die Zu«rücknahme.derselben, die schon vorhandeneMenge desausgeborenen Geldes noch zu vergrößern, und dadurchdie Zinsen noch mehr herabzudrücken, also lieber ihreKapitalien dem Staate zu geringen Zinsen lassen.Der jetzige StaatSpapier- oder Rentenhandel erleich«tert diese Finanzoperation, indem eS nicht an dispo-niblen Kapitalien in den Handen der Rentenhändlermangelt, um dem Staate auszuhelfen, wenn er eineReduktion seiner zu zahlenden Zinsen oder Rentenbeabsichtiget. Die Regierungen verknüpfen auchwohl noch besondere Anziehungs» oder Reizmittel mitihren Projekten, um die Kapitalisten geneigter zumachen, sie mit ihrem Gelde bei der Reduktion zu un-terstützen. So z. B. bewilligen sie ihnen noch beson-dere Prämien, oder sie tauschen das baare Geld vonihnen durch Effekten ein, die einen steigenden Courserwarten lassen; kurz sie suchen alle Geldquellen zudiesem Zwecke in Thätigkeit zu setzen, welches beieinem ausgedehnten Kredite auch selten mißlingt, weildie Beförderer oder Unterstützet' des Unternehmensselbst dabei gewinnen. Das Kapital, was an denZinsen oder.Renten erspart wird, wird gewöhnlich zudem Staatsschulden-Tilgungsfonds geschlagen, umdiesen zu vergrößern, und daraus um so schneller die-jenigen Verbindlichkeiten zu lösen, welche etwas Drük«kendes für den Staat haben. —
Staatsschuld (allgemeine), s. oben, S.320,323.— (ausländische), s. daselbst, S. 320 u. f.