Staatsschuldpapierhandel. 347
größtenteils in den Handen der Banquiers und Kauf.leuke, und der reichen Privaten, als Gutsbesitzer, Ren-tiers rc., war, so gestaltete er sich ganz nach dem Wech-selhandel, und hatte weiter keinen nachtheiligen Ein-fluß auf den Handel und die Gewerbe, als das Sin-ken des Courses bei Kriegen und andern widrigen Er-eignissen, wobei diejenigen Staaten interessirt waren,deren Fondspapiere cursirten, und worin die oben ge«nanntenKlassen von Staatsbürgern Ankäufe gemacht,also darauf oder darin spekulirt hatten. Da aber dieseAnkäufe in Wirklichkeit Statt fanden und mehr ste-hend waren, nicht, wie jetzt, auf bloße Schlußzettel ge-macht wurden, um die gekauften Summen in Staats-papieren nach denselben sogleich bei einem günstigerenCourse, den man jetzt künstlich zu erzeugen sucht, ei-nem Dritten wieder zu cediren oder abzutreten, so ent-standen auch keine so bedeutende Verluste, keinesolche Bankerotte, als jetzt, wo der ganze Fondspapier-handel der sogenannten Wechselreiterey gleicht; manist nur beschäftiget zu kaufen und zu verkaufen, undspekulirt, nicht um bei mäßigem Gewinn und Verlustein wohlhabender Mann zu werden, oder ein bemittel-ter zu bleiben, sondern um einen bedeutenden Gewinnzu ziehen; und da man jetzt überall nur von Billionenund Millionen Staatsschulden hört, auch durch Fond^spekulat-ionen, wenn nicht ein Millionär, doch ein hal-ber zu werden. Wenn man daher in früheren Zeitendurch den Ankauf von Fondspapieren einen mäßigenGewinn zu ziehen, oder wenn man ein Theil seinesKapitals darin anlegte, man sichere Renten zu genießensuchte, so begnügt man sich jetzt nicht mehr damit;denn da sich die Ereignisse in der jetzigen Zeit häufenund jagen, so daß man kaum zur Besinnung kommenkann, also auch der Cours der Papiere bald steigt, baldfällt,dadurch derFondSmarkt unsicherwird,und dieFondS-spekulanten zur größeren Vorsicht bestimmen sollte, häu-