396 Staatsverbrechen.
jährliche Entwürfe gegen den Staat schmiedete, daß ergewisse Nachrichten geschrieben und bekannt gemachthätte, wodurch Frankreich sich sehr verwickelte Anfor-derunqen zugezogen habe, oder sie doch wenigstens ge-gen sich anregen könnte. Indessen versicherte Lin-guet, daß ihm nur zwei Nummern seiner Annalen,59 und 60, vom März 1780, die aus Ansuchen desMarschalls von Düras und des Parlaments vonParis mit Arrest belegt worden, diese Gefangenschaftzugezogen haben können, obgleich diese Nummern inEngland, Holland, Deutschland und in den Nieder-landen bekannt gemacht und verkauft worden, jaman habe selbst unter der Hand den Nachdruck dersel-ben in Paris gestattet, nur habe man die Originale nichtwegen der Publicitat hereingelassen. Die Nummer 59enthalte Einiges gegen den Marschall von D üras, undNr. 60 sey gegen die Bedrückungen des Pariser Par-laments gerichtet, besonders gegen die Bestechung derSekretaire, gegen ihre Kunstgriffe, ihre Veruntreuun-gen, ihre Gewohnheit, sich von beidenParlheien bezah-len zu lassen rc. rc. Den Brief, den Linz uet auf dieUnterdrückung der zweiten Nummer der Annalen anden Polizcy. Lieutenant Hrn. leNoir aus Brüsselschrieb, war vom 8tenApril 1780, und die I^ettrocloOacliet vom 16ten des genannten MonatS, und seineVerhaftNkhmung konnte nur erst, wie schon oben ange-führt worden, am 27sten September erfolgen, also warder Verhaftsbefehl schon beinahe sechs Monate derwirklichen Verhaftung vorausgegangen, indem dasOpfer desselben noch gar nicht im Bereiche der Ver-haftnehmung war. Die clo Oaokot wäre
also unwirksam geblieben, wenn Linguet auf dieWarnungen geachtet hätte, die ihm vorher gegebenworden, nicht nach Frankreich zu gehen. Man hieltalso immer schon cko Oacbst gegen diejeni-
gen in Bereitschaft, denen man die Einkerkerung zu-