Staatsverbrechen. Z79
gen wie ein umgekehrter Trichter nach innen zu weiterwurden, folglich mehr Licht auffingen, auch nach Parisund dem Stadtwalle hin eine freie Aussicht hatten. DieZimmer hatten alle Kamine, und diese waren, wie dieFenster, sehr hoch angelegt, und der Schornstein injedem Stockwerke mit starken eisernen Stäben gezit-tert, weil einmal ein Gefangener durch den Schorn-stein entkommen war; aus gleicher Absicht waren auchalle geheimen Gemächer in jedem Stockwerke gezittert.Nur einige Gefangene waren so glücklich ein Nacht-gefäß im Zimmer zu haben; bei den Uebrigen mußtedie Natur sich an die Stunden gewöhnen, zu welchendie Thürschließer gewöhnlich in die Zimmer kamen.In dem Zimmer fand der Gefangene nur die nacktenWände, aber reich mit Namen derer, die darin geses-sen hatten, geschmückt ; auch mit Versen und Denk-sprüchen voll geschrieben; dann ein Himmelbett mitVorhängen von grünem Rasch, einen Strohsack, dreiMatratzen, nebst Pfühl und einer, wollnen Decke,zwei, höchstens drei Stühle, und als eine besondereBegünstigung einen alten zerlumpten Großvater-oder Sorgenstuhl, zwei Tische, zwei steinerne Wasser»krüge, zwei eiserne Gabeln, einen Löffel und einenBecher von Zinn, einen kupfernen Leuchter mit eiser-ner Lichkputze, und einen Nachttopf. In manchenZimmern hatten die Kamine auch eiserne Holzböcke,aber seltener Schaufeln und Feuerzange. So genauauch alle Zimmer verwahrt waren, so waren sie dochalle, ohne Ausnahme, im Winter kalt und feucht, undder Zugluft sehr ausgesetzt. Nächst den unterirdischenKerkern und den Käfigen, war Nr. 5 oder das obersteZimmer in jedem Thurme das unleidlichste Gefängniß.Es hieß die Calotte oder Pechmütze. Nicht nurdie Decke dieser Pechmütze war rund, wie ein Dom,sondern auch die Seitenwände waren gewölbt, undstatt daß in den vier untern Stockwerken jedes Zim-