878 Staatsverbrechen.
hleßeSz.V.Nr. 1 im Brunnenthurme rc. rc. IW !den unterirdischen Gefängnissen waren die sogen»ten Käfige oder Vogelbauer die schlimsten Kerker. !
fts waren wirkliche Käfige, 8 Fuß lang und 6F»jbreit, aus starken hölzernen, überall mit Eisenblech be-schlagenen Stäben gemacht. Darein ward nun duGefangene, gleich den reißenden Thieren, die fürWtgezeigt werden, eingesperrt. Essen und Trinken weilihm hier vermittelst einer beweglichen eisernen Deichschkibe zugereicht, und auf eben diese Weise auch duUnrath weggeschafft. Diese Käfige standen im wtersten Zimmer oder dem ersten Stockwerke der Thurm,Es gab deren überhaupt nur drei. Die gewöhnlich»»Gefangenzimmer, nämlich Nr. 1 bis Nr. 4 in jedemThurme, hatten innerhalb eine achteckige Form, wemt, 14 bis 15 Fuß hoch, und hielten im Durchschnitte, auseiner Ecke nach der andern, ungefähr 20 Fuß. DieFenster waren so hoch, daß man drei Stufen stehe»mußte, um fie zu erreichen. Da sie durch die 10 Fußdicke Mauer gehauen waren, so verminderte dieftssehrdie Helligkeit. Jedes Fenster harte innerhalb und aus'serhalb Gitter von armsdicken eisernen Stäben, und ^manchmal wohl noch ein drittes Gitter dieser Art in ^der Mitte der Mauer. In dem untersten Zimmereines jeden Thurmes gingen die Fenster auf de.i Gra-ben hinaus, und hatten daher so viel als gar keine Aueficht; in den höher gelegenen Zimmern war die Aus-sicht an manchen Orten ganz gut; allein um den Ge-fangenen noch härter zu strafen, so ward vor demmitt-lern in der Mauer befindlichen Gitter eine weiße Lein-wand ausgespannt, oder auch an derAussenseite ein Ver-schlag von Brettern gemacht, in welchen das Tageslichtvon oben hereinfiel, wo dann in beiden Fällen das Zimmerzwar durch eine Art von Dämmerung erhellt, alle Aus-sicht aber gänzlich verloren ging. Im FreiheitSthurme wardie Aussicht am besten, weil daselbst dieFensterWun-