Staatsverbrechen. 621
beö Wirthschaftshofes an bis zu dem andern herum-geht, und der ganzeKorridor am Abend und dieNachthindurch mit brennenden Lampen (Gas- oder andereLampen) erleuchtet wird, so daß die Schildwachenalles übersehen können, und dieserhalb müssen sie aucheine ganze Stunde hindurch ihren Korridor immerauf- und abgehen, wo sie dann wieder abgelöset wer-den. Sie müssen auf alles Acht haben, was auf denKorridoren vorgeht, auf die Glockenzüge merken, wennsolche gezogen werden, wo der Zug hingeht, welchesman an dem Zittern des Drahtes bemerkt; auch mußjedem Gefangenen gesagt werden, daß er, außer demSchellen, auch noch stark an seine Gefängnißkhür klop-fen soll, damit eö die Schildwache, durch die Glockeschon aufmerksam gemacht, hört, aus welchem Kerkeres kommt; sie weckt dann den Schließer, an dessenThüre mit großen Buchstaben: „Wohnung desSchließers" steht, und zeigt ihm die Nummerdes Kerkers an, wo das Klopfen hörbar geworben ist.Dieser holt dann die Schlüssel von dem Oberaufseherder Schließer, welcher in dem zweiten Stockwerke desSeitengebäudes dicht an dem Gefängnißgebäude aufdemWirthschastShofe wohnt, und zu dessen Wohnungder Ausgang des Korridors führt, welcher sich sogleichmit zu dem Gefangenen begeben muß, eben so derWundarzt, der auf der andern Seite des Gebäudeseine gleiche Wohnung hat, wie der Oberaufseher. Mansieht nun nach, was dem Gefangenen fehlt, und da dieSchließer mit ihrer Familie auf den Korridoren wohnen,und der Wundarzt in seiner Wohnung die nöthigen.Arzneymittel hat, so muß die Frau des Schließers,,wenn Thee oder andere Dekocte gemacht, oder Kly-stiere rc. gegeben werden sollen, solche nach der Angabedes Wundarztes sogleich bereiten, auch wenn eineAder geschlagen werden soll, das nöthige warmeWasser dazu sogleich liefern. Jeder Korridor muß