Staatsverwaltung. 71»
rer Fürst, wie dieses auch schon in Sachsen geschehenwar, welches Preußen in den Fabriken und Manufak-turen, in Künsten und Wissenschaften schon vorange,eilt war; es war daher nöthig, dem Luxus die Thorezu öffnen, und mit ihm die Quellen der Gewerbe unddes Handels, der Wissenschaften und Künste; undwenn er gleich nicht direkt auf die Letzteren in seinemLande wirkte, indem er Frankreichs Literatur undKünste vorzog, so geschah es doch indirekt, und diesesgewiß in der besten Absicht, um die Pedanterey in derDeutschen Gelehrsamkeit und Kunst durch diesen Vor-zug des Fremden scharf zu bezeichnen, und er hatterichtig geahnet; denn dieses veranlaßte einen regenWetteifer in der Deutschen Literatur und Kunst, umes den Fremden nachzuthun, und zu beweisen, wasauch der Deutsche in seinem Geiste und seiner Zungevermag. Die Anklänge des Monarchen, die er durchLustbarkeiten und Erhebung der Französischen Literaturund Kunst gab, wurden daher verstanden und trefflichzur eigenen Ausbildung benutzt. Dieses beweiset be-sonders die Deutsche Literatur unter Friedrichsdes Großen Regierung, wenngleich die Kunst nochin einigen Zweigen zurück blieb, und sich erst unter denfolgenden Regierungen darin zu einer bedeutenden Höheerhob. Durch diese musterhafte Verwaltung desStaatS in allen Zweigen, und der unmerklichen Leitungdes Volkes von oben herab zur Aufklärung durch An-schauung der Bildungswerke des Geschmacks in Ver-bindung mit den Schriften in allen Zweigen des Wis-sens, bildete sich nun bei der Denk- und Gewissens-freiheit, und bei einer milden Censur jener freimüthigeCharakter des Preußischen Volks, jener Heldensinnaus, der sich in der Zeit der Gefahr und der Rettungdes Vaterlandes in diesem Jahrhunderte wieder soglänzend und auf Jahrhunderte des Vorbildes derNachkommen werth gezeigt hat. In jener Freiheit