Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
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714 Staatsverwaltung.

Kassen keinen großen Unterschied mache. Und sostößt man überall bei der Verwaltung Friedrichsdes Großen auf Züge der Weisheit, Liebe undGüte. Kein Zweig blieb, wie schon oben bemerkt wor-den, von ihm »»berücksichtiget, und was er für die fer-nere Ausbildung des MilikairS gethan hat, darübersprechen seine KriegSthaten und der Ruf, worin diePreußische Armee in ganz Europa stand und wiedersteht. — Durch Lustbarkeiten, als Schauspiele, Opern,Conzerte, Bälle rc., die er gab und veranstalren ließ,wirkteer auf den Geschmack seines Volkes, und machtees fähig die Früchte der Künste und Wissenschaftenzu dessen Vortheil und zum Vortheile des SkaatS zugenießen; denn bei der Vergrößerung und steigendenBevölkerung seiner Staaten, hielt er es für nöthig,auch die Finanzen in dem Grade zu erhöhen, wie sichder Civil- und Militair-Etat durch den Anwuchs derLänder und der Volkszahl vergrößern mußte; undhierzu bot ein mäßiger Luxus in den Residenzen, derunter Friedrich Wilhem dem Ersten ganz ver-drängt worden, wieder die beste Ausbeute, um Künsie,Gewerbe und Handel 'zu erheben und zu befördern,reiche Ausländer anzulocken und festzuhalten, unddadurch unvermerkt die Kultur und Gesittung desVolkes zum Wohle des Staats zu verbreiten. Frie-drichderGroße erkannte genau den Zeitgeist odervielmehr den Geist seiner Zeit und seines Volkes; ersah Englands und Frankreichs Fortschritte in derKultur und ihre sich darauf erhebende Größe, indemdie Augen aller civilisirten Völker auf sie gerichtet wa-ren; er wußte zu gut, daß auch die Reihe an Deutsch-land kommen würde, sie zu verlangen, weil sich dieSymptome dazu auch schon unter der Regierung sei'ncö Vaters gezeigt hatten, und nur immer wieder un-terdrückt worden waren; ging er nun nicht mit demBeispiele bei seinem Volke voran, so that es ein ande-