Staatsverwaltung. 22 L
gen, und müssen es auch, wenn sie die Verwaltung inder Kammer gegen die Opposition, die immer die ta-lentvollsten Redner zählt, weil sich immer oder dochin der Regel diejenigen Deputieren zur Oppositionschlagen, welche dieses Talent besitzen, und dadurcheine glänzende Laufbahn beginnen wollen, vertheidigenund ihre Leistungen in den verschiedenen Staacszwei-gen herausheben wollen. Um nun dieses zu bewirken,so bringt man oft Männer aus ganz andern Lebens-verhältnissen in die Staatsverwaltung, wenn sie nurdas Talent der Beredsamkeit, besonders aber der Sa-tyrs besitzen. So wurde der bekannte Schauspiel-dichter und Direktor des Schauspielhauses in Dcury-laue, Scheridan, der sich auch schon im Paria-mente durch seine witzigen Einfälle bekannt gemachthatte, unter Pitt als Zahlmeister bei der Marineangestellt, under, Fox und Gr ey bildeten damals dasKleeblatt, welches die Whig- oder demokratische Par-thei im Unterhause leitete. Scheridan ward wegender Geissel seiner Sakyre sehr gefürchtet, und war da-her ein sehr willkommener Mitkämpfer. So erhieltsich Pitt der Sohn, außer seinen diplomatischen undVerwaltungs-Eigenschaften, auch wegen seines vor-trefflichen Rednertalents im Parlamente so lange aufseinem Posten als Premier-Minister. Nicht durchschöne Bilder, durch rhetorischen Pomp, wußte er dieVersammlung zu fesseln und für seine Sache zu ge-winnen, sondern durch planmäßige und verständlicheDarstellung des Gegenstandes. „Ersuchte, sagt einSchriftsteller, nicht zu überreden, sondern zu beweisen,wußte aber seine Beweisgründe so zusammen zu stel-len, daß Jeder sie begreifen und wider Willen ihrGewicht zugeben mußte. Zugleich besaß er eine demStaatsmanne unentbehrliche Tugend, nämlich diehöchste Gewalt über seine Gefühle und sein Tempera-ment; denn Fox konnte sich nur einmal rühmen, daß