Staatsverwaltung. 223
gesprochen habe; als er nun am nächsten Tage zumLord Thurlow, seinem Lehrer kam, und ihn fragte:ob er nicht gestern seine Rede sehr gut ausgeführt under, der Lord, sich über ihn gefreuet habe? antworteteLord Thurlow: daß er sich gefreuet habe zu sehen,daß die meisten Mitglieder des Hauses sanft geschla-fen hätten. Dieses wirkte auf den jungen Lord, erward bescheidener, und zeigte späterhin den höchstenFleiß, um sich in der Verwaltung geschickt zu machen.Man gewahrt hieraus, daß man die Parlamentsredenoft wie ein Schülerexamen betrieb, ohne Rücksicht aufdie Sache zu nehmen, die man eigentlich den Reprä-sentanten der Nation vorlegen wollte; was kann alsodabei die Staatsverwaltung gewinnen? — Dasdritte Uebel sind die Wahlleitungen undBestechungen, welche oft, sowohl bei den Wahlender Mitglieder zur Deputirtenkammer in den Wahl-bezirken, als auch nach der Ecwählung selbst in derHauptstadt vorgehen. Bei den Wahlen halten dieAnhänger des Ministeriums Emissaire in den Pro-vinzen, welche diesen oder jenen Kandidaten, der einAnhänger des Ministeriums ist, zur Wahl zu bringensuchen, indem sie die Wahlmänner oder Wählendenschon vorher dahin zu bearbeiten suchen, daß sie dasgewünschte Individuum wählen müssen, indem siedessen Fähigkeiten und Eifer für die Nation zu wir,ken, in das grellste Licht zu setzen wissen, welche Kunst-griffe jedoch nicht immer gelingen; denn sehr oft scher»terten diese Minen an dem Patriotismus des Gewähl-ten. In England geschieht zwar die Wahl der Glie-der des Unterhauses durch die^vkrstioluvrs, und zwardurch diejenigen, welche aus ihren erb- und eigenthüm-lichen Gütern und Gründen jährlich wenigstens 40Schillinge (12 Thlr.) Einkünfte haben, und die zuWählenden müssen solche kreskoläsrs seyn, welchevon ihren Gütern wenigstens jährlich 500 Pfd. St.