Staatsverwaltung. 23L
diese Kunst Enthusiasmus zu verbreiten, verrichtet erkeine Thaten!" — So suchte der würdige Fenelon(Franz von Salignac de la Motte) die Erzie-hung der jungen Herzoge von Burgund, Anjouund Berry unter dem Könige Ludwig dem Vier.zehnten zu leiten, denen er im Jahre 1689 zumLehrer gegeben wurde, was sein Telem ach beweiset,welches Werk er eigens dazu ausgearbeitet hatte, umdurch die Lehren der Minerva, die dem Telemachunter der Person des alten Mentors zum Hofmeistermitgegeben war, die jungen Prinzen auf dasjenige auf.mecksam zu machen, was zu einer heilsamen und fried.fertigen Regierung gehört. Wenn gleich dieses Werk,welches ohne den Willen des Verfassers, da ihm dasManuscript durch einen Kammerdiener des Prinzenentwendet und an einen Buchdrucker im Haag ver-kauft worden, gedruckt wurde, bei seinem Erscheinenam Hofe Ludwigs des Vierzehnten keine guteAufnahme fand, und während der Regierung des ge-nannten Monarchen nicht die Königliche Erlaubniß inFrankreich gedruckt zu werden erhielt, obgleich es imJahre 1699 zu Rouen und an andern Orten erschien,weil man den Unterricht darin für so große Prinzenzu pedantisch abgefaßt ansah, hauptsächlich aber wohldarum, weil die darin vorgetragenen Lehren den Maxi-men des damaligen Französischen Hofes geradezu ent.gegen waren, und Fenelon Neider und Nebenbuhleram Hofe hatte, die es noch mehr anzuschwärzen such-ten, so wurde es doch von dem unparteiischen Volkemit Begeisterung aufgenommen, so daß eS im Jahre1700 zwanzigmal aufgelegt wurde, und seit derZeit sind so viele Ausgaben bis auf unsere Zeit davonin Frankreich erschienen, daß man darüber erstaunenmuß; der vielen UeberseHungen in alle EuropäischenSprachen nicht zu gedenken, welches doch wohl denWerth des Werkes an den Tag legt.—Was machte