Staatswirthschaft. 433
Glas ist. Im Handel beurtheilt man das Glas nichtganz nach dieser Eigenschaft, sondern es wird demKrystallglase als eine sehr gute Eigenschaft angerech,net, wenn solches, nebst der Klarheit oder Helligkeit,eine bedemende specifische Schwere und farbenzerstreu,ende Kraft besitzt. Daß das Engländische Glas einesolche Beschaffenheit hat, soll hauptsächlich daherrühren, daß in den Engländischen Glasöfen wegenMangel an Holz mit Steinkohlen, folglich in be-deckten Tiegeln gearbeitet wird, worin nur eine leicht-flüssige Fritte, welche ein weiches und schweres Glasgiebt, in Fluß gebracht werden kann, welches die Eng-länder durch einen großen Zusah von Bleyoxld (ge-wöhnliche Mennige) erreichen. Da die achromatischenGläser bekanntlich aus hiNtereinandergesehten Gläsernvon Flintglas und Kronglas bestehen, und die hier-durch erreichte Vernichtung der farbigen Ringe bloßaus den verschiedenen Verhältnissen der farbezerstreu«enden Kraft dieser zweierlei GlaSgattungen entsteht, soist es zur Verfertigung achromatischer Gläser ebennicht nothwendig, das Engländische Flintglas mit demgroßen Zusähe von Bleyoxid zu verfertigen, wenn mannur zu gleicher Zeit auch eine andere Glasgattung her-vorzubringen im Stande ist, welche in Rücksicht derFarbenzerstreuung von der statt deö FlintglaseS verfer-tigten Glasmasse beträchtlich abweicht, und wenn manzugleich die gekrümmten Oberflächen der zusammenge-setzten Gläser diesem verschiedenen BrechungSverhält-Nisse gemäß einrichtet. Alle Substanzen, welche Oxigenliefern, als der Arsenik, Braunstein, Salpeter«:., die-nen nur dazu, um die Glasmasse vom Kohlenstoffe zubefreien und es hierdurch zu entfärben. Wenn mandas Glas z. B. durch Ausglühen in GypSmehl zumTheil seines Alkalis berauben, und es hierdurch entgla-sen kann, so erhält man das zu chemischen Gefäßenso brauchbare Reaumurische Porzellan.—Die Spie«<vec. rech. Enc. Th. dXVL. E r