432
Staatswirthschast.
werden. Die beste Probe einer Tiegelmasse ist, solchemit Flußmitteln zuverglasen, wo sie dann um so besserist, je mehr sie solcher Flußmittel bedarf. 2) Die Ver-fertigung der Tiegel, wobei jene in Formen der ausfreier Hand weit vorzuziehen ist. Diese Arbeit ist sowichtig, daß der Arbeiter nicht genug verantwortlichfür jeden einlaufenden Fehler gemacht werden kann.3) Die Bauart des Glasofens; sie muß nach den Re-geln eines Reverberirofens geschehen, mit der Rücksicht,daß durch den gehörigen Zug der größte Theil desRauches als Brennmaterial benutzt, der übrige Theildesselben wenigstens mit fortgeführt werde. Die Kü-pe! wird weit besser aus feuerfesten Ziegeln erbauet,als bloß durch Thonmasse zusammen geschlagen.Beim Anwärmen derselben sollen so wenig Risse, wiemöglich, entstehen, die Risse müssen aber senkrechtlaufen, da bei horizontalen Rissen die Thränen in dieGlasmasse fallen. 4) Muß stets ein beträchtlicherVorralh von Tiegeln und von zur Austrocknung ge-schlichteten Hüttenscheidern vorhanden seyn. 5) Mußeine immer gleiche und zweckmäßige Schürung desOfens, wobei wenigstens während der Arbeitszeit keinRauch bemerkt werden darf, Stakt finden, b) Mußman Rücksicht auf die Reinheit und Echtheit der Be-standrheile der Glassritte nehmen, welche Rücksichtbesonders bei Erzeugung des Krystallglases und vor-züglich des zu dioptrischen Fernröhren verwendetenFlintglases erfordert wird. 7) Muß man auf die Zu-sammensetzung der Glasfritte sehen. Wenn manReinheit und Durchsichtigkeit, neben Härte und Unver-änderlichkeit gegen die Einwirkung der Atmosphäre,nämlich gegen das Verwittern, als die Haupteigen-schaft eines guten Glases festsetzt, so darf das aus rei-ner Kieselerde mit dem geringsten Zusätze von reinemAlkali verfertigte Glas als Ideal der Vollkommenheitaufgestellt werden, welches zugleich das strengflüssige