446 Staatswirthschaft.
wühle, woselbst es mit Harn, Walkecerde und Seifedurch die Stampfer im Walkstocke herumgedreht undzusammengeklopft wird. Hierdurch werden die Fädendes Tuchs von dem Oele befreit, womit sie ringe-schmalzt worden, welches verursacht, daß jeder Fadenwegen seiner Elasticität aufquellen muß, wodurch derZeug schon dichter wird. Nach dieser ersten Walkewird das Tuch mit Karden aufgerauht und kommtdann wieder in die Walkmühle, um die aufgerauhtenFäden in einander zu filzen. Hierauf wird es nocheinmal aufgerauht, mittelst eigener Vorrichtungen ge-schoren, in Rahmen gespannt, damit es eine durchausgleiche Breite bekomme, da eS beim Walken hier undda zu stark eingegangen ist, bei welcher Arbeit durch zuheftiges Ausdehnen deö Tuches der Qualität desselbenoft sehr geschadet wird, daher die Schaugerichte aufdiesen Umstand aufmerksam seyn müssen; nun wirddas Tuch gepreßt, und auf mancherlei Art oppretirk,welche letztere Arbeit jedoch der Qualität deö Tuchsnichts zusetzt, sondern es bloß wegen seines äußerenAnsehens verkäuflicher macht. Das Färben des Tuchsgeschieht entweder im Stücke, oder noch besser in derWolle. Die Festfärbigkeit wird bei den meisten Far-ben dadurch erhalten, daß über Indigo gefärbt wird,so, daß also der Indigo das Beitzmittel abgiebt; s. un-ter Indigo, Th. 29, S. 666, und den Art. Tuchund Tuchweberey, unter T. — 8) Gewerbe, woindividuelle Bedürfnisse des Landes, dereigene Geschmack der Nation rc. veranlas-sende Ursachen seyn können. Schießpulver-fabrikation. Hierzu ist die leichte Herbeischaffungvon Schwefel, Salpeter und Kohlen nöthig. DieseFabrikation betreibt gewöhnlich die Regierung selbst,weil dazu ein sehr ausgedehntes Lokale, möglichst ent-fernt von den übrigen Wohngebauden, gebraucht wird,und diese Fabrikation überhaupt inö Große getrieben