Staatswirthschaft. 47L
kontrakte beim Festungsbaue, zu Militair-Approvi-stonnementS oder Verproviantirungen, bei entstehenderaußerordentlicher Nachfrage für einen Artikel rc. —Der Prämienhandel ist eine Art von Lieferungs-kontrakt von eigener Art. — Der Aktienhandel(mit den Aktien der HanblungSgesellschaften) ist fürden Käufer meistens gefährlich, da durch Kunstgriffeder Handlungskompagnie deren zu hoffende Dividendeoft weit höher angepriesen werden, als ste wirklichausfallen. Dieser Aktienhandel ist ein wahres Ha-zardfpiel und wird in London am meisten auf einigengroßen und stark besuchten Kaffeehäusern, wie z. B.auf dem ehemaligen Ion athan scheu Kaffeehause,und zu Amsterdam an der Börse von Kaufleuten undandern angesehenen Personen getrieben, und jetzt auchin andern Staaten an den Börsen. Daß man esweniger als einen Handel, und mehr als ein Spielbetrachtet, beweiset die Benennung im Engländischcn8tol)Ic-sokliin^, im Französischen ffeu st'aallon,Aktienspiel. Wenn nun ein Besitzer vieler Aktiendurch ihren Verkauf zu gewinnen hofft, so verseht ersolche, kauft dann neue für dieses empfangene Geld an,und verseht sie wieder, und wiederholt dieses so oft ereö kann, das heißt, so lange seine Geldmittel ausreichen,um dadurch, so wie durch mancherlei ausgesprengteGerüchte den Preis zu steigern, und sie dann Vortheil-haft verkaufen zu können. Schlägt jedoch diese Hoff-nung fehl, sind die Konjunkturen diesem «spieleentgegen, so muß er die versetzten Aktien einlösen undzu einem geringeren Werthe wieder versehen, um nichtdurch die Gestaltung ihres Verkaufs den Preis nochmehr herabzudrücken. Hierdurch schwindet oft das ganzeVermögen des AktienhändlerS, weshalb man diesenHandel auch Windhandel nennt. Der stärksteAktienhandel wird von Personen getrieben, die selbstkeine Aktien besitzen, auch keine zu kaufen verlangen.