Staatswirthschaft. SIS
bauet wird und Kartoffeln gepflanzt werden, also auchStärkfabriken mit wenigeren Kosten angelegt werdenkönnen, als an Orten, wo erst diese Produkte aus ent.-fernteren Gegenden zugeführt werden müssen. DerStärkehandel hat zwar in neuester Zeit etwas abge-nommen, seitdem der Puder aus den Haaren ver-schwanden ist, der besonders diese Fabrikation sehr be-förderte, indem aus Stärke der Haarpuder bereitetwurde, der eigenen Puderfabriken das Daseyn gab,die einen bedeutenden Absah von dieser Waare mach»ten, da auch die ganze Armee eines Staatö mit wei-ßen Köpfen, fristet und pomadirt, erscheinen mußte.Indessen ist dieser Ausfall einigermaßen durch die Be-reitung des Stärkezuckers, vermittelst des Zusehensder Schwefelsäure zur Stärke, erseht worden. Be-deutende Stärkefabriken findet man in Preußen zuGlaucha bei Halle, in BreSlau, zu Frankenstein inSchlesien rc.; bann in der Gegend um Dresden, zuWeissenfels in Sachsen, an verschiedenen Orten inHolland rc. Von diesen Fabriken aus wird ein star-ker Handel mit dieser Waare getrieben. Die Preu-ßischen Fabriken führen jährlich viele tausend Fässerdieses Fabrikats über Stettin, Hamburg und Bremenins Ausland, außer waS im Lande davon verbrauchtwird, da die Stärke außer dem Stärkemehle, demGebrauche zu Grieß, Zucker rc., auch aus Bleichen, inFärbereyen, von Zuckerbäckern rc. gebraucht wird.Diese Waare wird in Gebinden Centnerweise gehan-delt; sie muß schön weiß seyn, aus leichten nicht zugroßen Stücken bestehen, die sich leicht zerbrechen las-sen, und dabei nicht sauer schmecken.— Mit Seife,die nicht nur zur Wäsche, sondern auch von Färbern,Seidenappretirern, Walkern, Strumpfwirkern, Par-fümirern und anderen Fabrikanten und Manufaktu-risten, Künstlern und Apothekern gebraucht wird, trei-ben nicht nur die Seifensieder, sondern auch Kaufleute