Staatswirthschaft. 539
sondern gehen auf daSganzeLand und darüber hinaus.Nichc bloß auf die Lebenden erstreckt sich diese Vorsorge:sogleich eine Wohnung mit allem Nöthigen an Mö-beln ausstatten und schmücken zu können, sondern manhat sogar die Todten berücksichtiget, und Sargma-gazine angelegt, worin man alle Arten von Särgen,sowohl in der Größe, als auch in der Form, mit Be,schlagen und ohne dieselben, erhalten kann. Auch die-ser Möbelhandel ist für die Industrie nicht unwichtig,wenn gleich Einige eingeworfen haben, daß er garkeine Wirkung auf eine regere Thätigkeit in den da-mit beschäftigten Handwerken äußere, indem ein Je-der, der Möbel brauche, sie doch bei einem Tischleroder Möbelverfertigec machen lasse. Dieses ist aberunrichtig; denn ein ausgestellter Vorrakh von Möbelnin den elegantesten Formen, reizt nicht nur den Be-schauer zum Ankaufe dieses oder jenes Stücks, son-dern Viele kaufen auch Möbel, weil sie solche schonfertig finden, und wohl erst beim Bestellen lange aufderen Anfertigung warten müssen; sie kaufen oftStücke, die sie gerade ausgestellt finden, die sie abernicht kaufen würden, wenn sie solche erst bestellenmüßten, und in so fern ist der Möbelhandel wichtig,auch für den StaatSwirlh, indem dadurch mehrereMenschen beschäftiget werden, nicht bloß durch dieVerfertigung der Möbel selbst, sondern durch derenEinpackung, Transport rc., und dann durch den Mö-belhande! im Kleinen, der nicht bloß von einzelnenTischlern oder Möbelverfertigern getrieben wird, son-dern auch von andern Personen, von Trödlern mitalten Möbeln rc.; denn daß durch diese Möbelmaga-zine die felbstständigen Meister in dieser Arbeit verlie-ren sollten, ist nicht anzunehmen, im Gegentheil kön-nen dadurch nur mehrere ärmere Meister unterstütztwerden, da Möbelhändler im Großen doch nur immerdiese Fabrikate bei geschickten Meistern anfertigen