S74 Staatswirthschaft.
ein, und verkaufen nachher die ursprünglich DeutscheWaare den Deutschen und Ausländern für ihr eigenesFabrikat zu einem viermal höheren Preise wieder, alses in den Deutschen Fabriken gekostet hat. Die Na-deln von den oben genannten Orten, besonders abervon Aachen und Burlscheiv, gehen, außer nach denoben genannten Staaten, auch nach allen GegendenDeutschlands, nach dem Norden, Ungarn, Polen, derLevante, und nach Ost- und Westindien. Kurz überallhin verbreitet sich der Handel mit Deutschen Nadelnvon allen Sorten, so daß dieser Handel Deutschlandeigenthümlich angehört. Man verkauft die Nähna-deln zu 100,000 im Großen, zu 1000 im Kleinen,und zu 100, zu 50 und noch weniger im Einzelnenoder beim Handverkäufe. Die Stecknadeln werdennach Pfunden oder bei Tausend in Packeten verkauft.Frankreich führt, obgleich es seht selbst ansehnlicheFabriken besitzt, noch eine bedeutende Menge Nadelnaus Deutschland und England ein, besonders brauchtParis von Stecknadeln eine außerordentliche Menge.Der meiste Messingdraht, von welchem man in Frank-reich Stecknadeln macht, wird auöStockholm und vonStollberg bei Aachen bezogen. Der Verbrauch die-ses feinen Nadeldrahtes ist in Frankreich so groß, dasPariS allein davon jährlich imDurchschnitt über 60,000Rthlr. gebraucht. Ein Mehreres über diese Waareund deren Handel, s. den Art. Nadel, Th. 100, S.442 u. f., wo man auch S. 538 u. f. ein Registersämmtlicher Arten von Nadeln findet, welche in demHandel vorkommen. — Wichtig für den Handel sindnoch die Hüte aller Art, sowohl für Männer, a>6Frauen, das heißt, die Filz- und Papphüte mit Vel-pel überzogen, und die Stroh- und Puhhüte aller Art,wovon es bedeutende Fabriken in den großen Städtenvon Preußen, Oesterreich, in den andern großen StädtenDeutschlands, dann in Frankreich, England, Italien,