Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
619
JPEG-Download
 

6L9

Staatswirthschaft.

und besonders in allen darauf Bezug habenden Erfin-dungen, was Maschinen und deren Treibekcaft betrifft.Nur hierdurch wird eS ihnen möglich mit allen Staa-ten des ContinentS in Concurrenz zu treten und immerdas Uebergewichc zu behalten, sowohl in der Vorkreff-lichkeit der Fabrikate und Manufakten, oder überhauptder Waare, als auch der Wohlfeilhelt des Preises.Hierdurch geschah es auch, daß, um dieser Concurrenzzu begegnen und ihre Fabriken und Manufakturenin Aufnahme zu bringen, viele Staaten des Conti-nentS die Einfuhr fremder Manufakten und Fabrikate,von welchen sie selbst Fabriken und Manufakturen be-saßen, verboten, oder doch einen hohen Jmpost darauflegten, so daß die Waaren der eigenen Fabrikation da-mit concurriren konnten. Auch Preußen ward genö-khiget, noch zu Ende des verwichenen Jahrhundertsund in den ersten drei Lüstres des gegenwärtigen diesemSysteme zu huldigen; denn FriebrichderGroße,der aufmerksamste StaatSwirth seiner Zeit, sah wohlein, daß, um seinem Volke die Früchte des Fleißesganz zukommen zu lassen, und den inneren Handel zubefördern, er auch dem strengen Merkantilsysteme fol-gen müsse, und der Erfolg aller Maßregeln, die sichdarauf bezogen, bewies auch, daß dieser große RegentRecht hatte; denn nicht nur füllten sich die Staats-kassen und durch sie der Schah, sondern auch seineUn-terthanen wurden wohlhabend, ja reich dabei, alleManufakturen blüheten. Herr von Massenbachsagt in seinem oben, S. 200, angeführten Werke,S. L 54: „Friedrich konnte Preussen nicht als einenHandel treibenden Staat betrachten, und feine geringenMittel mit den ungeheueren Kräften der neuen Tyrerund Carthager in einen Wettstreit verwickeln wollen.Befördert der Ausfuhrhandel die Beschäftigung flei-ßiger Hände und den vermehrten Werth der Lan-deSerzeugnisse in einem minder hohen Grade, als die