672 Staatswirthschaft.
mit dem erneuerten Seidenbaue und der Seidengewin-nung, auch die Seidenfabrikakion in den Gang zubringen, weil diesedoch dem Europäischen Gewerben»,sen vortheilhafter ist, als die Baumwolle, die zwarauch in Italien gebauet wird, aber doch unsermKlima nicht so angehört, als die Seidenraupenzucht.Indessen scheint der Eifer, mit welchem man vor eini>gen Jahren in Deutschland, auch bei uns in Preußen,die Seidenraupenzucht wieder von neuem zu belebensuchte, erkaltet, wenigstens vernimmt man in öffent-lichen Blättern wenig von den Resultaten, welche die-ser erneuerte Industriezweig gewährt, ob die Kul-tur der Würmer im Ganzen wünschenswerch und dendarauf verwandten Kosten entsprechend ausgefallensey, oder nicht. Auch möchte wohl eine allgemeineTracht in Seide bei den Frauen und Jungfrauen, wieeS früher in Deutschland der Fall war, so bald nichtwieder eintreten, wenigstens werden die Enveloppen,Ueberröcke rc. in Atlas und andern Seidenzeugen soleicht nicht wieder allgemein Mode werden, wie früher,weil die jetzigen Mäntel und Ueberröcke, ja auch Klei-der, von wollenen Zeugen in allen Farben undMustern, als von Merino, Thybet, Mazeppa oderdamassirten Thybet, Kaisertuch, Circassienne, Lama ic.,nicht nur bequemer und wärmer sind, sondern auchweniger kosten, als die seidenen, man also öfterer wech-seln kann. Die Mehrzahl wird daher immer, derWohlfeilheit wegen, die angeführten wollenen Zeugewählen, mithin wird von der Wintertrachk der Frauennur wenig m Seide bestehen, und im Sommer wer-den wieder die Kattune zu den Kleidern den Vorzugerhalten, und dieses abermals ihrer Wohlfeilheit-we-gen, also wird auch hier für seidene Zeuge kein großesweibliches Publikum gewonnen werden, und was dasmännliche betrifft, so könnte dessen Bedarf in seidenenZeugen nur in Westen und hin und wieder in einem