67- Staatswirthschaft.
Dieses ist auch die Ursache, daß man im verwichenenJahrhunderte in den meisten Staaten Europas, um dieeigenen Fabriken und Manufakturen zu heben, dieEinfuhr fremder Manufaktur- und Fabrikwaaren, dieman im Lande selbst zu verfertigen anfing, entwederganz verbot, oder sie doch sehr hoch besteuerte, welchesSystem selbst Staaten befolgten, die keine ihnen nach.cheilige Concurrenz zu befürchten brauchten, wenig-stens nicht bet den Staaten, die ihnen in der Güte desFabrikaiS gleich kamen, das Gleichgewicht hielten, abernicht därüber hinausgingen, wie das Verhältniß zwi-schen England und Frankreich war, und dennoch vec-bot England, wie schon oben bemerkt worden, im Jahre1766 alle ausländischen Seidenwaaren, da es dochüberzeugt seyn konnte, daß die Französischen Waare»dieser Art auf eigenem Markte, bei dem Patriotismusder Engländer, ihm doch nicht schaden würden. WareS daher Friedrich dem Großen zu verdenken,daß et> Um seine aufkeimenden Fabriken und Mann-faktUrett im Lande zu heben, sie in größeren Flor zubringen- alle Fabrikate und Manufakte, die sein Landselbst zu erzeugen im Stande war, verbot oder docheinen sehr hohen Jmpost darauf legte. Nur durchdiese Maßregel gelang es ihm die Seidenmanufaktu-ren seines Landes empor zu bringen, die sonst, bei ei-ner freien Einfuhr aller Seidenwaaren- nicht hättenbestehen könnem Friedrich bewirkte dadurch, daßer die Kapitalisten seines Landes zu diesem Manufak-turzwxige ermunterte, indem er sie, wo es nur angingoder wo er nur einwirken konnte, unterstützte, ja spä-terhin suchte er selbst den schon von seinem Vater, demKönige F ried r ich W ilhelm demE r sten, her be-stehenden Seidenbau in seinem Lande noch mehr aus-zubreiten, um auch den Ucstoff zu gewinnen, und daöGeld dafür dem Lande zu erhalten, indem er Preiseauf die Gewinnung der Seide aussetzte, und überall,