Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
Seite
49
JPEG-Download
 

Tinktur.

49

dabei nicht so leicht zu befürchten hat. daß die aufgelö-sete Substanz in dem Körper werde präeipitirt oder nie-dergeschlagen werden. Die Bernsteinessen; zeigt diesessehr deutlich; denn diejenige, welche ebne wcinsteinsau-rcs Kali bereitet worden ist. macht das Wasser milchicht,dagegen ändert diejenige, wozu etwas Kaii zur Auflö-sung genommen worden, die Durchsichtigkeit des Was-sers nicht, obgleich die Letztere schon durch ihre un-gleich dunklere Farbe anzeigt, daß sie mehr Bernsteinaufgelöset enthält, als die Erstere. Bei Tinkturen, dieeine schöne grüne Farbe haben sollen, zieht man gerndie kalte Digestion der warmen vor. Diese muß bei denEssenzen ganz unterbleiben, die mit der schwefelsaurenNaphtha (dem schmerzstillenden Liquor des Hof-manns)vber mitandcrnflüchtigcnAuflösungsmitteln un-ternommen werden. Hierbei muß die über die Ocffnunggezogene Blase nicht einmal mit einer Stecknadel durch-stochen werden; ja es ist hier besser, sie in einem mit ei-nem Stöpsel versehenen Glase, welches öfters geschüt-telt werden muß, zu verfertigen. In den frühern Di-spensatorien wird dieMengcdcs Auflösungsmittels nichtimmer genau genug bestimmt, indem sie vorschreiben,daß soviel von demselben aufgegossen werden soll, daßes zwei bis drei Querfingcr hoch über der zu extrahi-rcndeu Substanz stehe. Da aber bald enge, bald weiteKolben ohne Unterschied zur Verfertigung der Tinktu-ren gewählt werden, so müßte bei demselben Gewichteder trocknen Substanz, nach der unterschiedenen Weitedes Kolbens, die Menge des Auflösungsmittels, dasdarüber gegossen wird. auch höchst verschieden seyn, undeben so verschieden müßte auch die Stärke der Tinktu-ren ausfallen; daher bestimmte man dasselbe besser nachdem Maaße und Gewichte.—In der Färberey nenntman Tinktur die gefärbten und färbenden Grundstoffeder Pflanzen, der Thiere und einiger Mineralien, dieman auch mittelst des Wassers. Essigs re. aus diesencvec. techn. Enc. Th. 6I.XXXV. D