Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
Seite
51
JPEG-Download
 

Tinktur. 51

Alkali bereitete Bcrnsteintinktur, l^inctara8oa Lgsentia 8uceini slcalisata, 8ivv «um salo,welche auf folgende Art bereitet wird. Man nimmt ei-nen Theil zerstoßenen Bernstein und einen oder ändert,halb Theile trocknen alkalisirten Weinstein, und reibtsolche sehr fein zusammen; dann läßt man das Gemischin vier Theilen starken Branntwein (Kornbranntwein)einige Tage digeriren, und nachdem der geistige Theilübergetreten und man das Uebrige bis zur Trockne ab-geraucht hat, bereitet man die Tinktur durch die Dige«rirung des trocknen Rückstandes mit dem übergetretenenWeingcifle. Oder man verfährt auf folgende Weise, dadas im Bernsteine enthaltene Phlegma und saure Salzdie reichliche Auflösung des Bernsteins im Wcingeistezu verhindern scheint: Man werfe vier Theile klarzerstoßenen Bernstein mit einem Theile Alkali in einegeräumige kupferne Pfanne, sehe solche über Kohlen-feuer unter beständigem Umrühren mit einem eisernenSpatel, und lasse ihn so lange rösten, bis das Pulvereine dunkle kaffeebraune Farbe erhält, worauf man es,wo es nöthig ist, geschwind klar reibt, und noch heiß in32 Theile Alkohol, der sich in einem Kolben befindet,einträgt, und mit aufgesetztem Helme und angelegterBorlage etliche Tage in Digestion stellt. Eine solchealkalisirte Bcrnsteintinktur kann äußerlich, bei Wunden,als ein Heilmittel nicht gebraucht werden. — 3) Die mitversüßter Schwefelsäure bcreiteteBernstei n-tinktur oder Essenz, linctnru 8. L88entia 8uo-eiui l»ktl3umieu 8. 6ineiini, welche aus zwei TheilenDernsteinpulver und sieben Theilen Hofmann'schenTropfen durch eine viertägige Digestion bei sehr ge-linder Wärme oder auch in der Kälte bereitet wird. —Man gebraucht die Bernsteintinkturen als schweißtrei-bende Mittel in der Gicht, und in chronischen Rheuma-tismen als schmerzstillendes Mittel, und giebt siezu zehnbis dreißig Tropfen einige Male täglich.

D 2