Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinktur.

same Menge des höchst rektificieren Weingeistes gegos.sen hat, noch warm geschüttet, und einem etwas starkenDigestionsfeuer so lange ausgesetzt, bis die Tinktur eineschöne rothe Farbe erhalten hat. Einige schürten demWeinstcinsalje, wenn es im Flusse ist, Kohlen zu, undglauben dadurch eine stärker gefärbte Tinktur zu erhai>ten; Andere werfen ungelöschten Kalk zu, und diesessoll besser seyn. Je länger man die Materie im Tiegelstießen läßt, und se heißer man solche in den Weingeistschüttet, eine um so schönere rothe Pomeranzenfarbe be.kommt die Tinktur. Wird statt des reinen Weinstein-laugensalzes die nach der Destillation des Weinsteinsübrig gebliebene Kohle ganz warm mit Weinessig dige-rirt, so erhält man eine schwärzliche Tinktur, l'iovtuirrsnlis tarturi llurvuei genannt. Diese Tinktur wurdefrüher gegen hartnäckige Verstopfungen der Eingeweideund gegen veraltete gichtische Uebel, täglich zu 40 bis60 Tropfen, mit sehr vielem Wasser verdünnt, angewen-det; allein neuere Aerzte wollen die innere Anwendungdieses Mittels gar nicht anrathen, sondern nur derenäußerlichen Gebrauch, und solches verdünnt bei kallösenund veralteten Geschwüren. Zu den alkalischen Tinktu-ren zählt man auch die Mctalltinktur und die tar-tarisirte Spießglanztinktur.

Die vegetabilischen und thierischen Tinktu-ren (Imeturu« e suiistrwtüs veMtubiiibus et ani-mulibns; Fr. Hintures lies veAvtanx et lies nni-mnux; Engl. I'ioeture ok rezetubie anst nniinulsubstauees), welche auch in der Heilkunst vorkommen,und ein Gegenstand der Pharmacie ausmache», sindvon mannigfaltiger Art. Man bereitet sie durch dasDigeriren verschiedener vegetabilischer und thierischerSubstanzen mit dem Weingeiste, dem sie, nach Beschaf-fenheit ihrerNatur, mancherlei Farben mittheilen. Manhat auch von diesen Tinkturen einfache und zusam-mengesetzte. Zu den einfachen gehören z. B. dieMyrrhentinktur, Aloetinktur, Safrantinklur, Bieder-