Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinktur. 57

sich nun die mit Eisen geschwängerte Naphtha nach kur-zer Ruhe wieder in die Höhe begeben hat, so muß siesogleich von der untenstehenden sauren Flüssigkeit vor»sichtig abgegossen werden, weil von dieser sich etwas mitder Naphtha vereinigen könnte. Zu einer Unze solcheneisenhaltigen Acthers mische man zwei Unzen des bestenhöchstrektifl'cirtcn Weingeistes, und mit dieser Mischung,die sogleich eine angenehme Goldfarbe erhalten wird,fülle man kleinere cylindrische mit Glasstöpseln verseheneGläser, verbinde sie fest, und stelle sie so lange in dieSonne, bis die Gvldfarbe völlig verschwunden, und dieTinktur dagegen völlig ungefärbt und wasserhell gewor-den ist. Stellt man diese Tinktur nachher an einen schat-tiger Ort, so kehrt ihre Goldfarbe allmählig wieder zu-ruck, so wie sie, wenn sie wieder den Sonnenstrahlenausgesetzt wird. aufs Neue ausbleibt. — Die Gold-tinktur, das trinkbare Gold (Dineturn solis,^orum potnbile), von der es mehrere Bereitungsartengiebt, s. Th. 19, S. 581. — Die Spießglanztink-tur (Dinotuirt ^utimonü), von der es auch mehrereBereitungsarten giebt, s. den Artikel Spieß glänz-tinktur, TH.158, S.382 u. f., woselbst sie angeführtworden sind. — Die Stahltinkturen, s. oben, unterEisentilikturcn. — DieMetalltiuktur (liocturulUotnllorum), s. Th. 89, S. 694 u. f.

Zu den alkalischen Tinkturen, Laugensalz-tinktnren, lüncturne ^lkuüime, welches Auflösun-gen des feuerbeständigen ätzenden Laugensalzes in höchstreclificirtem Weingciste sind, gehört auch die Wein steiri-nnst ur oder die Tinktur von überschüssigem wein-sauren Kali (Imcturn sulis tnrtnri; Diucturnknlina). Mau bereitet diese Tinktur, indem man dasgenannte Kali oder den Weinstein in einem Schmelztie-gel so lange fließen läßt, bis es eine aus dem Grünenins Blaue fallende Farbe erhalten hat. Dieses wird,nachdem es in einem heißen Mörser zerstoßen worden,in eine Phiose, worein man schon vorher eine genug«