Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinte.

weiter unten vorkommen. — Die Goldschreiber oberChrisographen malten gemeiniglich die Grundstriche derBuchstaben» besonders wenn es große oder Anfangs-buchstaben waren, mit Ocher und Gummi, ober mitZinnober, und überstrichen sie hierauf mit einem Maler,pinsel mit der Goldfarbe, so daß die Grundlage roth,und darauf das Gold getragen ward, damit es um soglänzender hervortreten konnte, welches bei dem Ochernicht so der Fall war, der nur die Goldfarbe mehr alsFarbe befestigte. Nicht bloß einzelne große Buchstaben,nicht nur einzelne Namen und Wörter wurden mit gol-denen und silbernen Buchstaben geschrieben, sondern auchganze Codices und Urkunden glänzten vom Anfange biszum Ende von Gold und Silber, womit sie geschriebenwaren. Von denNeligionsbüchern, der heiligen Schrift,widerfuhr diese Ehre nur einzelnen Büchern des altenund neuen Testaments, oder liturgischen Büchern, oderauch wichtigen Urkunden, zuweilen aber auch unbedeu-tendcn Schriften, wie man solches in dem schon obenangeführten Wehr findet. Man schrieb mit Gold undSilber gemeiniglich auf purpurfarbenes Pergament, umden Glanz der Schrift zu erhöhen, die bei einem weißenGrunde nicht so hervorstrahlte. — Konstantin derGroße ließ unter der Aufsicht des Bischofs von Cac-sarea, Eusebius, durch Schönschreiber oder Cali-graphen fünfzig Bibelbücher auf Pergament schreiben,und Einige der folgenden Kaiser ließen sie durch Gold-schreiber abschreiben. Zu Hervorden bewahrt man einManuskript, welches man in dem Grabe Wittekindsfand, das mit goldenen Buchstaben geschrieben ist. Inder Kathedralkirche zu Aachen liegt ein fast durchausmit goldenen Buchstaben geschriebenes Evangelienbuch.Man hatte es Karln dem Großen in den Sarg mit-gegeben; allein der Kaiser Otto der Dritte nahm esim Jahre Tausend, folglich hundert und sechs und acht-zig Jahre nach dem Ableben Karls, wieder heraus.