Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
Seite
91
JPEG-Download
 

Time. M

Dieses Werk ist deshalb merkwürdig, weil auf dasselbedie jedesmaligen Römischen Kaiser bei ihrer Krönung,und jwar durch Auflegung der Finger auf das ersteBlatt des Evangeliums Johannes, ihren Eid abzulegenverbunden waren. Dasselbe ist in großem Quartformate,und der prachtvolle Einband ist ungefähr vierhundertJahre nach dem Tode Karls des Großen verferti-get worden. Das Buch ist mit demselben beinahe dreiFinger dick, die Blätter, von dünnem Pergamente, sindsämmtlich violettfarbig, und die Farbe der Buchstabenist fast, wie schon erwähnt worden, durchgängig Gold,welches sich gut erhalten hak. Dasjenige, welchesnicht zumTexte gehört, ist silberfarbig, und hat sich nichtso gut erhalten. Das Werk enthält die vier Evange-lien, welche weder in Kapitel, noch in Verse getheiltworden; auch die Interpunktion fehlt gänzlich. Allesläuft hinter einander fort, ohne Komma, Semikolon,Punkt und andere Unterscheidungszeichen, ohne An-fangsbuchstaben und andere Zierrathen, jedoch ist dasGanze sehr sauber gehalten, und mit Buchstaben voneinerlei Größe, mit wenigen Abkürzungen (Abbrevia-turen) in Lateinischer Sprache. Das Werk ist am Endedes achten oder am Anfange des neunten Jahrhundertsgeschrieben. Ein anderes Evangelienbuch mit goldenenBuchstaben besitzt das Kloster St. Emeran in Regcns-burg. Es ist auf der einen Seite mit einem goldenenBleche und mit Edelsteinen geziert. An hohen Festtagenwird dieses Buch, welches Kaiser Arnulf dem heili-gen Emeran, den er besonders verehrte, noch vor sei-nem Tode übergab, auf den Altar gestellt. In der Kai-serlichen Bibliothek in Wien, und in der Klosterbiblio-thek zu St. Gallen sind Psalmen, und zu Paris imKloster St. Denis die Briefe und Offenbarun-gen Johann is mit goldener Schrift; auch in derKöniglichen Bibliothek daselbst, vor der Revolution, einGebetbuch des Königs Karls des Kahlen mit gol>