Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinte. LSI

Piepenbring, Scheele rc. angegeben haben; es istauch möglich, daß man, anstatt des flüchtigen, das festeAlkali wählt; auch kann die Erfahrung noch manche an.dere Mittel angeben, wodurch das oben beschriebeneVerfahren mehr vervollkommnet werden kann. Indessenist das angegebene Verfahren gewiß von einigem Nutzen,nicht bloß, in so fern es die Buchstaben wirklich stärkerfärbt, als sie vorher waren, sondern auch, weil es indieser Rücksicht wirklich vor der Galläpfelinfusion Vor-züge hat, daß es seine Wirkung unmittelbar thut, unddaß man es bloß für diejenigen Buchstaben brauchenkann, die dessen Beihülfe nöthig haben.

Zu den schon oben, S. 85, erwähnten sympathe«tischen Tinten, deren Bereitungsarten an dem ange.fährten Orte beschrieben worden, ist folgende Ergän-zung in Hinsicht ihrer Geschichte rc. noch hier anzufüh.ren. Es ist schwer zu bestimmen, welchem Jahrhunderteeigentlich die Bereitung der sympathetischen Tinten an-gehört, wie wir sie setzt besitzen, wenn auch nicht in derAusdehnung und Viclfachheit, wohl aber in ihrer Be-deutung als geheime Tinten, magnetische odersympathetische Tinten. Aller Wahrscheinlichkeitnach ist die erste Hälfte des siebzehnten Jahrhundertsdie Zeit, in welcher diese Erfindung gemacht worden;denn Borell lernte sie von einem Apotheker, NamenSBrossonius, und machte sie 1653 unter dem Namender magnetischen Flüssigkeit, welche in die Fernewirkt, bekannt. Er führt auch die besondere Eigenschaftdieser, ausKaikwasser und Auripigment bereiteten Lauge(arsenikalisches Schwefelalkali oder Schwefelleber), an,daß sie durch ihren stinkenden Dunst eine mit Blcyessigunsichtbare Schrift in schwarzer Farbe darstelle, wenngleich daS beschriebene Papier weit davon entfernt, unddurch ein Brett oder viele Bogen Papier davon abge-schieden sey. Borell war demnach der Erste, der dieseTinte bekannt machte; sie konnte aber schon früher er-