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Tinte.
funden worden seyn, als berApotheker sie ihm mittheilte,nur ward diese Erfindung als ein Geheimniß bewahrt,und gelangte nicht zur Oeffentlichkeit. Wenn man einerjeden Flüssigkeit, deren Schrift nur unter gewissen Um.ständen oder nach gewissen Vorrichtungen sichtbar undleserlich wird, denNamen der symp ätherischen Tintegiebt, so ist diese Tinte schon sehr alt; denn unter denKünsten, die O vid die Mädchen lehrte, ihre Hüter zuhintergehen, wenn sie ihren Liebhabern verliebte Briefeschreiben wollten (äo srtv smanäi 1,. III.), befindet sichauch der Vorschlag, mit frischer Milch zu schreiben, unddie getrocknete Schrift Lurch Kohlenstaub oder Nußsichtbar zu machen. Eben dieses Mittel schlägt auchAusonius dem Paulinus vor. Man gewahrt nunleicht, daß, statt der Milch, auch ein jeder anderer farben-loser, aber etwas klebriger Saft gebraucht werden kann,weil er eben so gut den schwarzen übergestreueten Staubfesthält, und dadurch dem Auge lesbar wird. Pliniusin seiner Naturgeschichte (Buch 26, Kap. 8) hat schonzu dieser Täuschung den milchigen Saft einiger Pflan-zen empfohlen. Hiervon weichen aber die Neuern ab.Die Wirkung der oben angeführten sympathetischen Tinte-des Borell kommt eigentlich auf den Schwefel an; sieist so stark, daß, wenn man 24 Bogen Papier zusam-menlegt, und auf einer Seite mit Blcyglätte, die inEssig aufgelöset worden, etwas schreibt, auf der andernaber die sympathetischeTinte streicht, der durchdringendeDampf das Geschriebene dunkel und sichtbar, ja beinaheschwarz machen kann; so wirkt die Kraft des Durch-dringens. Wendet man hierbei noch ein flüchtiges Salzan, so verstärkt sich derEffekt, und die Farbe kann durchein dickes Brett durchdringen, und dann dasjenige, wasauf der andern Seite geschrieben worden, mitgetheiltwerden. Destillirt man den mit Salmiak und ungelösch-tem Kalke vermischten Schwefel, so erhält man einengelben rauchenden urinösen Geist, den man sympatheti-