237
Tischgcstell. Tischglocke.
man aus Courtvisie oder Höflichkeit nicht früher denTisch verlassen kann, als bis eine allgemeine Aufhebungerfolgt. Bei einer heitern Unterhaltung wird selbst dergrößte Hypochondrist, ja Misanthropc oder Menschen-feind , aufgeheitert, und wenn er selbst nichts mittheilt,so empfindet er doch die Mittheilung von Anderen, diewohlthätig aus seinen zerstörten Unterleib wirkt. Die-ses ist ein so allgemein gepriesenes und anerkanntesMittel, eine schlechte Verdauung in eine gute zu »er-wandeln, wenn man bei Tische die Lachlust erregt, unddie Freuden des Komus herbei lockt. Man fing auch inneuester Zeit wieder an zu fühlen, daß man sich von die-ser guten Sitte der Alten zu sehr entfernt hatte; daherhat man auch wieder den Gesang zu den Tafelfreudengezogen, daher wieder lustige Anekdoten, Schwänke undWitze. Die Alten hatten einen lustigen Tischrath beiihren Gastmahlen; sie geizten nach denjenigen Menschen,welchen die Gabe der lustigen Unterhaltung zu Gebotestand; ein solches Individuum war überall gern gesehen,und in vielen Häusern ein für allemal Tischgast, fandimmer sein Gedeck. Diese Sitte war so allgemein ver-breitet, daß man sie an den Höfen und in den Pallästender Großen, Vornehmen und Reichen, wie in den Pri-vathäusern des Mittelstandes, ja bei allen Ständen, dengeistlichen Stand nicht ausgenommen, fand; denn dieGelage in den Klöstern sind bekannt genug; überall hul-digte man dem Komus, um die gute Laune, die besteWürze aller Speisen, bei Tische zu erhalten.
Trschgestell, dasjenige Gestell, worauf das Tischblattruht; j. oben unter Tisch.
Tischglocke, eine kleine Glocke von Metall, Glockenmc-lall, auch Silber, um die Dienerschaft aus den Neben-zimmern, wenn man ihrer bedarf, durch das Klingelndamit herbeizurufen. Mau hat eine solche Glocke oderKlingel auf seinem Arbeitstische oder auf sonst einemMöbel: Tisch, Kommode rc>, stehen, so daß man gleich