Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
Seite
238
JPEG-Download
 

238

Tischglocke.

davon Gebrauch machen kann. wenn man der Hülfe re.bedarf. Man findet diesen Gebrauch auch nur bei denGroßen und Vornehmen, die gleich in den Nebenzim-mern Dienstthuende zum Geschäftsgebrauche oder zurAufwartung haben. In andern Häusern bedient mansich der Ziehglocken oder Klingeln, die vermittelst einesZuges durch mehrere Zimmer in die Gesindestube ge-hen, wo sich die Glocke oder Klingel befindet, und in je-dem Zimmer, wo sie durchgeht, hängt eine Schnur miteiner Quaste, oder einem Griffe, um zu klingeln, wennman einen Diener haben will. S. auch unterKlingel,Th. 40, S. 584 u. f. Napoleon machte selbst vonder Handglocke oder Klingel Gebrauch, um es die imVorzimmer wartenden Fremden wissen zu lassen, daß erbereit sey, sie zu empfangen, oder vielmehr, daß sie Zu-tritt zu ihm haben könnten. Als eine Frau von Standein den hundert Tagen, 1815, durch die Königin Hor-ten sia von Holland zu ihm geladen wurde, und sichin dem Vorzimmer Napoleons in den Tuilerien be-fand, so wurde sie zum Eintritte durch die Klingel geru-fen. Sie sagt darüber Folgendes: „Wir waren im Vor-zimmer, als ich im benachbarten Zimmer plötzlich eineThür zumachen, und Stiefeln auf dem Fußboden wie-Verhallen hörte. Alle diejenigen, welche Bonapartegesehen haben, werden es wissen, daß er in seinen Ge-derben und feinem Verhalten etwas Seltenes, ja Außer-ordentliches, hatte, welches man bei keinem andern Men-schen antrifft. Sogleich errieth ich auch, daß er sich indem angegebenen Saale befand. Bei diesem Gedankenbemächtigte sich meiner eine unbeschreibliche Unruhe, undich war nahe daran, in Ohnmacht zu sinken, als wirdas Geräusch einer Klingel hörten, die man heftig be-wegte. Die Herzogin von St. Leu erhob sich: „„Wirmüssen, sagte sie, uns in dieses Zimmer begeben, Siewerden da Jemanden finden, welcher Sie zu sprechenwünscht." " Diese Art uns durch die Klingel zu rufen,