Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tischlehen. Tischler und Tischlerey. 241

gleich, nachdem daraus getrunken worden, und sie fürdie Folge des Tages nicht weiter benutzt werden, zu rei-nigen. Der Unterschied von Kanne und Krug liegt inder Form und Größe des Geschirres; denn eine Kannehat eine hervorragende Schnautze oder Schruppe, istbauchig, auch kegelförmig zugehend gestaltet, und ent-hält einige Quart. Sie dient auf dem Tische zum Aus-schenken des Weines, Bieres rc. in kleinere Gläser rc.Ein Krug enthält ungefähr Z- Quart eines Getränkes,und hat eine gerade oder kegelförmige Gestalt. Manhat auch größere Kruge, die 1 Maaß oder Quart, auchdarüber halten. Alle diese Gefäße oder Geschirre vonMetall haben getriebene oder gepreßte Verzierungen.

Tischlehen, ein Lehengut. dessen Ertrag zur Bestreitungdes Tisches oder der Tafel des Lehensherrn, oder desdamit Belichenen bestimmt ist, und noch häufig Ta-fellehen, Tafelgut, genannt wird.

Tischler, Tischer, Schreiner, ^.reularills, Fr. Klo-uuisier, ein zünftiger Handwerker, der in Holz arbei-tet, und sowohl feines, als auch gewöhnliches Hausge-räth, Möbel rc. verfertiget. In der Sprachknnst, imgemeinen Leben im Hochdeutschen Tischer, im Obcr-deutschenSchreiner, von den Schreinen oder Schrän-ken, ehedem Schnittger, vom schnitzen, schneiden,in der Schweiz Tisch macher, im OsnabrückischenSchattiger von dem Französischen Chatouille. ImPolnischen Teszarz, im Böhmischen Tesar, sowohleinen Tischler, als einen Zimmermann bedeutend. DieForm Tischer ist der Analogie gemäßer, wenn siegleich häufiger in der gemeinen Mundart angetroffenwird. Tischler soll, nach Adelung, von einem ver-alteten Zeitworte tischeln, Tische machen, dem Fre-quentativum von tischen, abstammen. Im gemeinenLeben hat man das Zeitwort tischlen und tischer«,Tischlerarbeit verfertigen,wie schneidern, schustern rc.— Die Tischlerey, das Tischlerhandwerk, dieVec. techn. Enc. Th. 6I-XXXV. Q.