Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Titul und Titulatur.

an die Altäre, wem, und auch wohl warum sie gesetztworden. Den zum Tode Derurthcilten wurde eine Ta-fel an den Hals gehängt, worauf ihr Verbrechen ge-schrieben stand, wie es noch jetzt bei uns mit denen ge-schieht, die an den Pranger kommen; so auch bei den-jenigen, die an das Kreuz gehängt wurden. An neueGebäude schrieb man, wer, und zu welcher Zeit mansie aufgeführet; auf Begräbnisse die Grabschrift, wieeS noch jetzt geschieht. Den zum Verkaufe bestimm-ten Knechten wurden Tafeln an den Hals gehängt,worauf bemerkt stand: das Vaterland, das Alter, derPreis, die Tugenden und Mangel rc. An die Bildsäu-len wurde geschrieben, wem, von wem. und warum sieaufgerichtet worden rc. rc. Dann führte auch diesenNamen die Anzeige, daß ein Haus rc. dem Fiscusverfallen sey. Ferner führten die Grenzsteine ihrenTitel, die Kaufbriefe, die Kirchen, von den Heiligen,denen sie gewidmet waren; dann auch das Wort,welches die Soldaten zu ihrem Feldgeschrei brauchten.— Dieses war die Anwendung des Wortes Tituloder Titel bei den Alten. Betrachten wir nun diesesWort nach unserm Sprachgebrauchs wo auch dasDiminutivum Titelchen und Titellein Anwendungfindet, so kommt es vor: I) als Punkt, kleiner Sprichim Schreiben. Bis daß Himmel und Erde zer-gehe, wird nicht zergehen der kleinste Buch-stab, noch ein Titel vom Gesetz, Match. 5,18,Luc. 16,17. In dieser Bedeutung ist es veraltet, außer,daß im gemeinen Leben, und bei gewöhnlichen Schrcib-meistern in mehreren Provinzen Deutschlands das Punkt,in so fern es im Schreiben gebraucht wird, noch zuwei-len ein Titel, und nach einer unrichtigen SchreibartTüttel genannt wird. — 2) Als Ueberschrift oderAufschrift, jedoch nur in engerer Bedeutung, die Auf-schrift eines Buches, einer Schrift, oder eines betracht-