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Titel und Titulatur.
ste» der Wahrheit schmeichelt? — Indessen behandeltman in Frankreich Vieles als Galanterie, und so »er-liert sich der unangenehme Eindruck, den oft eine solcheSchmeichele») bei dem Fremden verursacht. So nenntman in Wien einen jeden Gebildeten in Gesellschaf-ten rc. H e r r v o n, und der wirkliche Adel nimmt darankeinen Anstoß, glaubt nicht, daß seine Würde dadurchgefährdet werde; er zieht gleichsam durch diese Duldungden gebildeten Bürgerlichen zu sich hinauf, und vergrö-ßert sein Gewicht, als Adelstand. — In den früherenZeiten waren Titel und Würden oft sehr wohlfeil zuerhalten. Wenn ein braver Bürger den Päbstlichen Le-gaten zu Tische oder zur Tafel bat, und er erschien,und brachte während des Gastmahls die Gesundheit desHauswirthS mit dem Beisätze: Herr Marquis aus,so war der gute Bürger Marquis, und seine Kinderund deren Erben bis ins tausendste Glied. Ob sich diesePromotionen in der neuern Zeit geändert haben mögen,kann nicht mit Gewißheit berichtet werden. Der ehe-malige Deutsche Kaiser ernannte Pfalzgrafen (60-mites palatioi), die Kaiserliche Hofpfa lzgrafengenannt wurden, und mit ihrer Würde zugleich dasRecht erhielten, Notarien, Baccalauren, Magi-ster, Licentiaten, Doktoren und auch Poetenzu creiren oder ernennen. Eine solche Würde, nämlichdie des Hofpfalzg rasen, ertheilte nur der Kaiser,und das Diplom, welches er darüber ausstellen ließ,wurde eine Comitiva genannt. Der Kaiser ernannteaber nicht bloß kleine Hofpfalzgrafen, die solche Würdenur nä äies vitae (auf Lebenszeit) besaßen, sondern erernannte auch mehrere große Pfalzgrafen, undgab ihnen eine erbliche Gewalt, daß sie wieder kleinePfalzgrafen ernennen konnten; dergleichen Würden er-hielten zu den Zeiten des Kaisers Leopold des Er-sten nicht nur die Grafen von Schönborn, Boine-burg undThurn, sondern auch der Fürst von Sch w arz-