Titel, bei den Alten. Titel, beim Buchbinder. 345
gestellt ist in einem Staate, der gebietet. Hiernachlassen sich die Titulaturen berichtigen, die nur in demStaatensystcmc als Formeln gelten, wonach wandenStand und die Amtsvcrhältniffe regulirt, was darüberist, gehört zur Galanterie, und kann nur als solche be-trachtet werden. — Die Titulomanie oder Titel-sucht ist oft angegriffen worden, sowohl in öffentlichenBlättern, als auf dem Theater, auf Letzterem besondersdurch Kotz ebnes Deutsche Kleinstädter; allein ge-fruchtet haben alle Angriffe darauf sehr wenig, nur diesteigende Bildung hat cinigeAendcrungcn darin bewirkt,und von dieser kann man auch nur erwarten, daß sie daßLächerliche daraus entfernen wird.
Titel, bei den Alten. s. oben, S. 321 u. f.
— (Amts-), s. daselbst, S. 343.
— (Buch-), beim Buchbinder, der auf dem Rückendes eingebundenen Buches mit goldenen Buchstaben ste-hende Titel des Buches, der wesentliche Inhalt des Ti-tels mit dem Namen des Verfassers, z. B. BeckersWeltgeschichte, Schillers Gedichte, Adel ungsSprachlehre; oder auch bloß: Ueber den Deut-schen Styl, Taschen buch fürR eis ende, dieBe-stimmung des Menschen rc. rc. Der Buchbinderverfährt dabei auf folgendeWeise: Er legt nämlich aufdie Stelle (das Titelfcld), wo der Titel hinkommen soll,ein Gvldblatt, erwärmt die erforderlichen Schriften oderBuchstaben, die zu dem Titel vereiniget in einen vier-eckigen eisernen Schriftkasten links eingesetzt und fest ge-schraubt werden, und drückt sie auf das Goldblatt. Durchdie Wärme und den starken Druck bilden sich nicht al-lein die Buchstaben auf dem Rücken, und drücken sichein, sondern das Gold vereiniget sich auch ganz genauund fest mit dem Leder des Bandes. Das überflüssigeGold wird mit einem wollenen Lappen gehörig abge-wischt.
—, beim Buchbinder, s. den vorhergehenden Artikel.