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Tochter.
auch auf gleichem Fuße wie im elterlichen Hause lebenwollen, und so als ein aufgenommenes Kapital betrach-tet werden müssen, von dem man seine Zinsen abträgt,also eine neue Last erhält, Pakt daß man eine Vermin-derung erwartete. — Um die Töchter zu verheirathcn,ist es nöthig, mit ihnen öffentlicheOrte zu besuchen, da-mit sie gesehen werden; sie zuweilen auf einen Ball,Pik-kenick rc. zu führen, welches dem Vater obliegt. Hierunter dem Schirme der Mutter werden sie von der jun-gen Männerwelt, überhaupt von Hcirathskandidatengesehen, und leicht eine Bekanntschaft angeknüpft. Werin seinem Hause Gesellschaft sieht, eine weit ausgebrei-tete Bekanntschaft hat, bei dem ist das Ausführen derTöchter auf Bälle, öffentliche Kaffeehäuser oder Kaffee-gärten nicht so nöthig, da durch die Verwandt-, Freund-und Bekanntschaften sich schon Parthien für die Töch-ter des Hauses finden, weil es hier immer Gelegenheitzu Vergnügungen, Landparthien re. giebt, wo die jun-gen Leute beiderlei Geschlechts zusammen kommen. Die-ses ist aber nicht der Fall bei Familien, die eingezogenleben, keine ausgebreitete Verwandt- und Bekanntschaftbesitzen, auch die Eltern, ihrer ökonomischen Umständewegen, sich von kostspieligen Vergnügungen zurückziehenmüssen. Hier wird es den Töchtern oft schwer, Be-kanntschaften zu ihrer künftigen Versorgung anzuknü-pfen, und hier ist es nöthig, daß die Eltern die Töchterauf die oben angeführte Weise in die Gesellschaft undzur Schau bringen. Wie manche häuslich erzogeneund vortrefflich gebildete Jungfrau bleibt sitzen, weil sie,hinter Mauern versteckt, nicht ihre Reize entfalten, undihren liebenswürdigen Charakter, überhaupt alle die Ei-genschaften, um einen Mann zu fesseln, zeigen kann.Auch ist oft Blödigkeit, Schamgefühl, VerschlossenheitSchuld daran, wenn Töchter aus guten Häusern nichtdie Aufnahme, nicht die Berücksichtigung und Aufmerk-samkeit von Seiten der Männer erhalten, welche sie vcr-