Tod. 415
fache desTodes. Dem zufolge unternahm Creve nach-stehende Versuche.
I. Natürlicher Tod. Im allgemeinen Kranken-Hause zu Wien starb ein fünfzigjähriger Mann, derschon einige Monate vorher an einer Engbrüstigkeit un-1er den größten Schmerzen krank gelegen hatte. Dreivolle Stunden rang er mit dem Tode, nur dieRespira-tion und der kaum zu fühlende Puls waren noch dieeinzigen äußerlich sichtbaren Beweise seines Lebens. DasAuge starrte bei Eröffnung der Augenlieder, die Glied-maßen waren eiskalt und wie gelähmt; die Respirationgeschah mit wcitgeöffnetcm Munde, unordentlich, lang-sam und ängstlich. So wie er den letzten Athemzug ge.endiget hatte, wurde die Leiche in aller Eile an einenschicklichen Ort gebracht; man gab ihr eine bequemeLage, und so gingen fünf Minuten vorüber, bis Alleszum Versuche bereit war, weil man nicht lange säumenwollte, da man nicht wußte, wie viel Zeit dazu gehörte,ehe alle Reizbarkeit völlig erloschen seyn würde. Eswurde nur eine einfache Hautwunde gemacht, um nureinen Nerven, ohne ihn zu verletzen, von den allgcmei-nen Bedeckungen und dem Zellgewebe zu entblößen, da-mit diese kleine Wunde, im Fall der Mann, wieder allesgründliche Vermuthen, ins Leben gebracht würde, sehrleicht geheilt werden könnte. Eine Stunde und dreiMinuten ließen sich noch die Muskeln durch den Me>tallreiz in einer lebhaften Bewegung erholten. DerzweiteArzt dieses Hospitals, welcher dem Versuche Crevc'sbeistand, wiederholte denselben mehrere Male, und be-merkte nur den Unterschied, daß bei einigen Leichen eineStunde, bei andern aber eine und eine halbe Stundelang die Reizbarkeit nach dem letzten Athemzuge noch -durch die Anwendung des Metallreizes erregt wurde.Auch in dem Kaiserlich. Königlichen Feldlazarethe zuMainz wurden im Jahre 1796 folgende Versuche vonCreve angestellt. An einem vierzigjährigen Soldaten,