Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tod.

Mohn bekränzt zeigt, auch mit einerPslanze des Mohns,mit einem Mohnkopfe, in der Hand, oder auch mit ei«nem Stengel und Mohnkopfe. Die Künstler bilden ge-wöhnlich die Nacht, als die Mutter des Todes und desSchlafes sitzend ab, mit einem mantelartigen Gewände,welches sie um sich so geschlagen hat, daß der Tod undder Schlaf sichtbar bleiben, welche sich mit ihren Sinn.bildern oder Erkennungszeichen zu beiden Seilen sitzendan sie lehnen, unten zeigen mehrere Köpfe die Träumean, welche sie auch als Mutter verehren. Gewöhnlichbildeten aber die Alten den Tod als stehenden Jünglingab. mit der gesenkten Fackel, an irgend einen Gegen-stand gelehnt, und mit gesenktem Kopfe. Bei der christ-lichen Uebersiedlung des TodcS in die Kunst verliertsich dieses schöne Bild; denn hier wird der Tod in Ge-stalt eines menschlichen Gerippes vorgestellt, entwederganz ohne Gewand, mit Flügeln auf dem Rücken, mitder Sense in der einen, und in der andern Hand eineSanduhr haltend; dann auch mit einem schwarzen mitSternen besäetcn Gewände, auch hält er zuweilen einenCyprcfsenstrauß. Durch diese Darstellung des Todeshat derselbe zwar an Natürlichkeit gewonnen, aber kei>nesweges an künstlerischer Schönheit; er ist ein abschrek-kendes Bild, aber kein Gegenstand der Kunst, wie ihndie Alten uns darstellten; sie versinnlichten den Todnicht durch das Knochengerippe, sondern durch die Ge-stalt eines schönen trauernden Jünglings, der gleichsamdurch die umgekehrte Fackel von dieser Erde Abschiednimmt, ihre Freuden verläßt, um im Elysium neue zumGenusse erblühen zu sehen. — An den christlichen Tod,Las Gerippe, reihen sich auch die Sprichwörter: FürdenTodistkein Kraut gewachsen. — Der Todhat lange Beine; er steigt zu allen Fensternei», welches sagt: daß der Tod weder Stand noch Al-ter ansehe. — Den Todten soll man nur Gutesnachsagen. — Der Tod hält keinen Kalender.