Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
Seite
514
JPEG-Download
 

5L4

Todt.

welche keinen Einfluß auf den Willen hat. — Eintodter Glaube, welcher sich nicht durchWerkc thätigbeweiset. Beides im Gegensatze des lebendig. —(13) Ungültig, unkräftig, nur noch zuweilen, be.sonders in den Rechten, z. D. die Handschriftsoll todt und ab seyn.

Noch kommen hierher: Todt brcn nen, den Kalk-oder Gypßstein völlig ausbrennen. Gyps ist weit leich.ter todt zu brennen, als Kalk. — Todtes Wasser,im Wasser baue, Wasser, welches stille steht und kei-neu Abzug hat; auch ein stehendes Wasser.—Bei ei-nem Müh lenwerke nennt man todtes Wasser, wel-ches sehr langsam fließt, im Gegensatz des lebendigenWassers, welches sehr geschwind fließt. — TodteWasser, nennt man auch die schwachen Fluthen, diestets im ersten und letzten Viertel, oder sieben, und eine»halben Tag nach den Springfluthcn geschehen. —Todte Wolle, in den Wollmanufakturen, dieschlechte Wolle, welche sehr räudig aussieht, und beimSchlagen auf der Horde herausfällt. — TodtesWerk, im Schiffbaue, die Theile des Schiffgebäir-des, die über Wasser stehen. — Todt gehen, in demBergwerke, sagt man von Wassern» wenn sie nichtgenug Rösche haben, und fast stille stehen. — Todthauen, eben daselbst, die Soole des Stollens beinaheoder schnür gerade führen, so, daß die Wasser still ste-hen, und nicht ablaufen können. — Todtschreiben,eben daselbst, eine Zeche, einen Gang unbauwürdig er-klären, und im Bergbuche anmerken, daß daselbst keineAnbrüche vorhanden, auch nicht zu hoffen seyen, damitsolches den Nachkommen zur Nachricht diene, und sie >nicht vergebliche Kosten darauf verwenden. Man nenntdieses auch ein todtgeschlagenes oder todtgeschrie-benes Feld. — Todtes Metall, Metall, welchesdurch eine chemischeOperation seine metallische Beschaf-fenheit verloren hat, und sich nicht weiter redutiren läßt.