527
Todtenkopf.
diejenigen, denen sie angehören, die Auszehrung bekom-men, von welcher Sage man vieleGcschichtchen erzählt,die solche bestätigen sollen; allein sie heben viele Zweifel»nd Bedenklichkeiten nicht, die hierüber eintreten. Auchhaben Aerzte und andere Personen diese Erfahrung nichtgemacht. Besser ist es, wenn man den Todten in einSterbehemd oder Kleid von ungebrauchter Leinwandoder Kattun kleidet, ober dieses nur, damit er reinlich inden Sarg, und so in die Erde komme, nicht aber ausder oben angeführten Ursache; denn wie oft sind nichtArme genöthiget, von ihren Kleidern Einiges herzeige,den, um den Todten zu bekleiden. Müssen diese nichtoft das nothwcndigsteHausgeräth oder Hausmöbel ver-kaufen, um nur den Todten unter die Erde zu bringen,indem die Beerdigungsgebühren für sie zu hoch sind, umsie aus ihrem geringen Erwerbe zu bestreiken. So mußoft eine Mutter, um ihr Kind zu begraben, ihr eigenesHemde zerschneiden, um das Sterbehemd daraus zumachen, und dann setzt sie demselben auch wohl nochihre gebrauchte und durchgeschwitzte Haube auf, aber eserfolgt keine Auszehrung. — Wer daher keine Anlage zudieser fürchterlichen Krankheit hat, darf von dieser Mildegegen den Todten, sagt ein Arzt, auch keine Gefahr be-fürchten.
Todtenkopf, eigentlich, die von allen weichen Theilenentblößte Hirnschale eines todten thierischen Körpers,mit den dazu gehörigen Knochen, und eigentlich ein sol-chcr Kopf des Menschen, wie er sowohl aus den aufge-worfencn Gräbern noch vorkommt, als auch in ana-tomischen Kabinetten, Museen rc.; dann auch in Mar-mor oder Stein gehauen, oder in Thon modellirt undin Gyps rc. gegossen, oder auch abgebildet.— Figürlichwegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt führen auchandere Körper diesen Namen. So wird 1) in einigenGegenden das Mutterkorn der Todtenkopf genannt.— 2) Eine Affenart, das Todtenkopfäfschen oder