Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Todtschlag.

verschmachten, und in Unreinigkeit schon bei lebendigemLeibe umkommen, ja sie machen es ja oft mit ihren ei-genen Kindern nicht besser. Stirbt es nun, so freuensich oft Vater und Mutter, daß sie einer Last überhobensind, und Niemand wird einer solchen Schuldigen Bor'würfe machen. Ist hier ober diese Art der Tödtungnicht einerlei mit dem Todtschlage? Der ganze Unter-schied besteht nun darin, daß einige Kinder bei einer ähn-lichen schlechten Wartung doch das Leben behalten;dieses heißt aber von der Natur fordery, was man niehoffen kann. — Auch der Landmann begeht den ncga.tivrnTodtschlag mehr denn zu oft, und dieser istfür das Land gerade am nachtheiligstcn. Es treibt ihntheils der Aberglaube, theils ein ungegründetes Miß-trauen, öfters auch der Geitz dazu. Er setzt bei Krank-heiten, die ihn befallen, Mißtrauen in verordnete Aerzte,und hauptsächlich darum, weil sie nicht nach derArt ver-fahren, wie er es sich gedacht hat. und wie Andere ihnmit Hausmitteln bei leichten Krankheiten behandeln.Der Arzt bleibt also dem Landmanne unbekannt, umso mehr, je entfernter dcrWohnort des Landmannes voneiner großen Stadt ist, und er hat auch keine Gelegen-heit, sich sein Zutrauen zu erwerben. Wenn man etwaglaubt, die neuen Anstalten, die Schulen rc., hätten denLandleuten eine andere Ueberzeugung beigebracht, so irrtman sich sehr; denn der Landmann bleibt hierin seinemalten Systeme treu; der Sohn lernt es von dem Vater,und wozu dieser kein Vertrauen hatte, hat auch derSohn keines, wenn er gleich in der Schule vielleichteines Bessern belehrt wird, so scheint ihm die Erfahrungdoch etwas Anderes zu zeigen, welches den Grundsätzenseiner Eltern nicht unähnlich ist, mithin bleibt er hierbei dem, was Korporalionssache ist, das heißt, Sachevon allen Landlenten, daß sie der Erfahrung folgen, diehat ihnen nun gezeigt, daß beider ärztlichen BehandlungKranke gestorben sind, die bei den Hausmitteln genasen,