625
Tollheit.
heit eines Menschen; so auch bei dem Viehc: dieTollheit eines Hundes, einer Katze, einesWolfeS; in Tollheit gerathen, s. den ArtikelWahnsinn, unter W. — Die Tollheit oder dasToll werden der Hunde, s. Hunds wüth, TH.26,S. "184 u. f. — Hier einige Beiträge zu dem Toll.werden bei Thieren. Da die Wuth toller Thiereeinen so großen Nachtheil auf die Menschen hat, so istjeder Beitrag willkommen, der Aufschluß über die Ent-fiehung dieses Toliwerdens oder dieser Tollheitgiebt. Ein ganz gesunder munterer Hund lief in Gegen,wart seines Herren an einem Sonntage in einem Ge>müsegartcn umher, und fand daselbst eine gemeineLandkröte (kuko terrestris s. einerens), fiel überfie her, zerquetschte sie mit den Zahnen und verschlangsie. Fast augenblicklich darauf wurde seine untere Kinn-lade sehr geschwind und krampfhaft gegen die obere zuund abbewegt, wobei ihm ein starker weißer Schaumaus dem Munde floß, welches wohl fünfzehn Minutenlang dauerte. Gleich von derselben Stunde an verlorsich die Munterkeit deS Hundes, und an demselbenAbende fraß er nichts von den Speisen, die ihm vorge-worfen wurden. Am folgenden Tage wollte er wedersaufen, noch fressen, und da sein Zustand bedenklich zuwerden anfing, so legte man ihn an, und schon am drit-ten Tage zeigte es sich, daß die angewandte Vorsichtnicht vergeblich war; denn es stellten sich anfangs Zei-chen der Wuth ein, und da diese sich am vierten Tagemerklich vermehrten, schlug man ihn todt. — Eine dervorigen fast gleiche Erscheinung ereignete sich ein Jahrspäter in den Hundstagen. In Gesellschaft eines Be-kannten ging Jemand mit dessen Hunde eines Abendsnach einem warmen Regen vor das Thor. Auf einerWiese, über welche sie gingen, fand der Hund ebenfallseine gemeine Landkröte, faßte und zerkauete sie, verschlangsie aber nicht. Gleich darauf bekam auch dieser HundVec. techn. Enc. Th. tLXXXV. R r